Spritziges Erlebnis am Rheinufer

Naturwunder Der höchste Kaltwassergeysir der Welt ist in Deutschland.
  • Foto: Christine Neubauer

Tosende Wasserfälle, Lava speiende Vulkane oder Geysire: Naturschauspiele ziehen uns seit jeher in ihren Bann. Viele Menschen nehmen weite Wege in Kauf, um so etwas Faszinierendes wie den Ausbruch eines Geysirs einmal mit eigenen Augen zu sehen. Doch dazu muss man nicht bis nach Island, Neuseeland oder in die USA reisen.

Einen Geysir gibt es auch in Deutschland. Und sogar einen der Superlative. Der Geysir Andernach ist mit etwa 50 bis 60 Meter Auswurfshöhe der höchste Kaltwassergeysir der Erde. Er liegt auf dem Namedyer Werth, einer Halbinsel im Rhein bei Andernach. Ungefähr alle zwei Stunden steigt die majestätische Wasserfontäne des Geysirs, angetrieben durch vulkanisches Kohlendioxid, in den Himmel – ein Erlebnis für alle Sinne.

Riechen, fühlen, schmecken

Denn man kann das Brodeln des Wassers im Erdinneren hören, bevor es herausgeschleudert wird, es riechen, fühlen und sogar schmecken! Denn anders als beim berühmten Geysir Strokkur in Island muss man sich in Andernach beim Beobachten der Eruption nicht vor kochend heißem Wasser in Acht nehmen. Wer zu nah herangeht, wird bestenfalls eiskalt erwischt. Wem es gelingt, das Wasser des Geysirs aufzufangen, kann es sogar trinken. Es schmeckt nur arg nach Eisen. Wer wissen will, wie der Geysir „funktioniert“, kann sich im Geysir-Zentrum schlaumachen.
In der multimedialen Ausstellung folgen die Besucher einem Kohlendioxidmolekül auf seiner Reise aus dem vulkanischen Erdinneren bis hoch in die Fontäne des Kaltwassergeysirs. Interaktive Exponate und Experimentier-Stationen erklären die Funktionsweise des Kaltwassergeysirs auf spielerische und anschauliche Weise. Christiane Neubauer

© Schwäbische Post 15.03.2019 16:14
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