Lesermeinung

Zu dem Beitrag: „Grüne sind gegen eine durchgängige vierspurige B29“ in der Schwäbischen Post vom 27. März.

Auf das, was hier als „verkehrspolitischer Wahnsinn“ von den beiden Herren Weiß und Schenk bezeichnet wird, indem sie eine durchgängige vierspurige B29 kategorisch ablehnen, muss ich antworten. Der Ausbau ist zwingend und überfällig – jetzt endlich Mut zur Lücke zeigen, im ewigen Streit um das richtige Verkehrskonzept und das im Interesse der Anwohner und Pendler in dieser Region.

Der Vorschlag, das Straßennetz zu entlasten, liest sich gut, ist aber so alt wie es Straßenverkehr gibt und ist nicht mehr als ein frommer Wunsch. Wenn hier noch geschrieben wird, die Schiene soll ertüchtigt werden und Güterterminals müssen gebaut werden, bedarf es schon etwas mehr Weitblick und geopolitischen Sachverstand, welcher auf der Ebene eines grünen Kreisverbandes zu klein kariert diskutiert wird.

Eine „verkehrspolitische Kehrtwende“ muss eingeleitet werden, aber bitte nicht unter parteiideologischen Grundsätze oder Engstirnigkeit.

Zu kurz gesprungen

Diese Themen sind nur im Zusammenspiel auf Landes- beziehungsweise Bundesebene zu bewerkstelligen. Dazu hatten auch die „Grünen“ schon viel Zeit und Chancen verstreichen lassen. Wenn aber hier eine Lösung mit dem Kommentar „weiter so – bringt ja doch nichts, die Vergangenheit hat’s gezeigt“ abgeschmettert wird, ist das für mich zu kurz gesprungen (nur aus Sicht eines Radfahrers).

Ich würde mir wünschen (auch von den „Grünen“), dass das Thema „Verkehrskonzepte“ nicht nur parteipolitisch, sondern im Interesse für unsere Region und für die gesamte Bevölkerung angegangen wird.

Da erwarte ich schon etwas Konkreteres. Zum Beispiel Lkw-Stopp (Schwerlastverkehr) ab dem Jahr 2030 auf der B29. Da bin ich mir sicher: Dann kommt Schwung und Bewegung in die verkehrspolitische Diskussion und macht Platz für weitere kreative Lösungen. An dem vierspurigen Ausbau der B29 führt trotzdem kein Weg vorbei.

© Schwäbische Post 05.04.2019 18:38
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Kommentare

derleguan

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.Wir brauchen eine andere Verkehrspolitik.

Doch diese wird von großen Autokonzernen wie VW, BMW und Mercedes verhindert. Haben die sich vielleicht sogar darüber abgesprochen keine Ruhe mehr zu geben bis die 8-spurigen Automobilitäts-Gedächtnisautobahnen in Land und Bund flächendeckend verbaut sind?

schöne Zukunft!