Vor- und Nachteile eines Interim Managers

Sinkende Umsatzzahlen, hohe Angestelltenfluktuation oder einfach keine ausreichenden Kapazitäten und fehlendes Know-how für ein spezielles Projekt: Wenn Unternehmen selbst nicht mehr Herr der Lage sind und dringend Hilfe benötigen, können sie sich Unterstützung von einem sogenannten Interim Manager holen. Was sind die Vor- und Nachteile eines solchen Managers auf Zeit?

Übersetzt bedeutet der englische Begriff "Interim Management" so viel wie "Management auf Zeit". Ein Interim Manager arbeitet also nur für einen bestimmten Zeitraum in einem Unternehmen. Oft kommen sie zum Einsatz, wenn die Kapazitäten in einem Betrieb nicht ausreichen oder Fachwissen für ein spezielles Themenfeld benötigt wird. Aber auch Unternehmen, die in einer Krisensituation stecken und externe Hilfe benötigen, um ihre Finanzen und Strukturen zu sanieren, greifen auf Interim Manager zurück.

Ein externer Manager auf Zeit bringt neben fachlicher Kompetenz eine starke Umsetzungs- und Führungsstärke mit. Erforderlich für diese Stelle sind mehrere Jahre Berufserfahrung in einer gehobenen Führungsposition. Ein Interim Manager muss sich innerhalb kürzester Zeit einen Überblick über sämtliche Strukturen der Firma verschaffen, um sich das Grundproblem schnell erschließen zu können.

Ein Manager auf Zeit muss nicht nur fachliche Kompetenz mitbringen, er muss auch ausreichend empathisch sein. Schließlich wird es nicht jeder Mitarbeiter im Unternehmen ohne weiteres gutheißen, wenn sich jemand von außen in die internen Abläufe einmischt. Der Interim Manager muss Vertrauen schaffen und die Mitarbeiter motivieren können, sodass alle an einem Strang ziehen. Laut dem Handelsblatt verbringt ein Interim Manager im Schnitt 7,3 Monate in einem Unternehmen. Wenn es um komplette Restrukturierungen geht, bleiben sie zuweilen auch zwischen 18 und 20 Monaten im Betrieb - mehr als zwei Jahre sollten es allerdings nicht werden.

Für Unternehmen bringt der Einsatz eines externen Managers enorm viele Vorteile. Zunächst lässt sich jemand, der nur für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt wird, schon innerhalb kürzester Zeit finden. Internetplattformen wie interim-x.com beschleunigen den Prozess, indem Interessenten mit nur wenigen Klicks den zu ihren Anforderungen passenden Manager heraussuchen können. Die dort verzeichneten Interim Manager glänzen mit hoher fachlicher Kompetenz und enormer Management-Erfahrung. Auf sie ist Verlass, schließlich ist ihnen ein erfolgreicher Abschluss ihres Projektes wichtig, nicht zuletzt als Referenz für zukünftige Aufträge.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Objektivität eines Managers auf Zeit. Durch die Position von außen beurteilt er bestimmte Projekte und Situationen viel unvoreingenommener. So entsteht die Möglichkeit, objektiv auf eingefahrene Strukturen zu reagieren. Zudem ist der Interim Manager nicht persönlich und emotional involviert. Auch der finanzielle Aspekt bringt Vorteile mit sich: Da Interim Manager nur für einen gewissen Zeitraum eingesetzt werden, müssen Unternehmen ihnen keine Abfindungen zahlen. Rentenversicherung, Urlaub und Krankenkasse müssen die Manager selbst bezahlen.

Neben all den Vorteilen bringt der Einsatz eines Interim Managers aber auch Herausforderungen mit sich. So fehlt es durch den kurzweiligen Einsatz oft an gründlicher Einarbeitungszeit. Dem Manager auf Zeit sind interne Informations- und Kommunikationsstrukturen zunächst nicht bekannt, er muss sich erst in sie hineinfinden. Angestellte bringen Personen von außen womöglich Misstrauen entgegen, was sich in Form von mangelnder Unterstützung seitens der Mitarbeiter äußert. Daher ist es unabdingbar, dass der Interim Manager gezielt vorbereitet und im Hinblick auf mögliche Schwierigkeiten ausreichend gebrieft wird.


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© Schwäbische Post 17.04.2019 13:43
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