Präsidium schuld am VfR-Debakel

Zum Abstieg des VfR Aalen:

Dieser Abstieg war ausschließlich „hausgemacht“ und nicht übermächtiger Konkurrenz geschuldet. Herr Giannikis war offensichtlich in mehrerlei Hinsicht seiner Aufgabe nicht gewachsen. Und wenn eine Mannschaft das spürt, geht’s mit der Akzeptanz des Trainers schnell dahin. Er brachte kein Team und keine Struktur auf den Rasen, sondern eher elf Individualisten. (...) Im Übrigen zeigt taktisches Vermögen nur Wirkung, wenn die Spieler imstande sind, es umzusetzen.

Die eigentliche Ursache für dieses Debakel sehe ich aber beim Präsidium. Klar war, dass es in der Spielrunde 2018/2919 sehr eng zugehen wird, dazu noch bei vier Abstiegsrängen. In diese Phase hinein wurde das „Projekt 21, Wiederaufstieg Zweite Liga“ ausgerufen, mit dem „Projekttrainer“ Argirios Giannikis. Einem Trainer, der zumeist im Jugendbereich und als Co-Trainer tätig war. Ohne Drittligaerfahrung.

Die Herren Giannikis und Olschewski „kauften“ kräftig ein, aber eher mittelmäßig. Die Stammspieler Preißinger, Vasiliadis, Stanese, Wegkamp, R. Müller und Welzmüller überdachten derweil ihre Karriereplanung und verließen den Verein noch vor Giannikis’ offiziellem Amtsantritt. Markus Thieles Position wurde aus Kostengründen nicht mehr besetzt. Damit war der Rahmen gesetzt.

Bei allem Verständnis, so schnürt man angesichts der Leistungsdichte in der Dritten Liga kein „Paket“. Für mich ein „Vabanque-Spiel“ mit zu vielen „Unbekannten“. Mit umsichtiger Vereinspolitik hatte das weniger zu tun.

Was hätte man sich vergeben, Herrn Vollmanns Engagement mit dem Ziel zu verlängern, die Mannschaft weiter zu etablieren und der klaren Maßgabe, sie punktuell zu verstärken, um im vorderen Tabellendrittel mitzumischen. Es wäre möglich gewesen, denn man war ja – per Insolvenz – angeblich schuldenfrei. Das wäre dann zwar kein „Projekt“ gewesen, aber ein erfolgversprechendes Konzept.

© Schwäbische Post 06.05.2019 18:23
1889 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben

Kommentare

Das Wesentliche ist gesagt.

Wie blauäugig muss man eigentlich sein, sich einem Vorhaben in der Weise zu verschreiben,

dass man nur geringe Möglichkeiten hat, im Bedarfsfalle gegnzusteuern.

Die Zugänge anfangs dieses Jahres waren eher von Aktionismus geprägt, denn koordinierte Verstärkungen

zu organisieren. Zumal die Finanzen den Handlungsspielraum bestimmten.

Schade, denn dieses "Betriebsergebnis" war so überflüssig wie Zahnschmerzen.