Tempo 100 und bessere Schilder

Artikel „Wie schnell auf der B-29-Umgehung?“ in der SchwäPo vom 4. Mai:

Hat man im Regierungspräsidium vielleicht den Schuss nicht gehört? In Zeiten des Klimanotstands tut man fröhlich einfach weiter so wie in den 1960er und 70er Jahren, als „Freie Fahrt für freie Bürger“ das allgemeingültige Credo der „Auto-kraten“ war? Auf der gesamten bisherigen vierspurigen Strecke der B29 von Schwäbisch Gmünd bis Stuttgart gilt eine Geschwindigkeitsbegrenzung von maximal 120 km/h, doch auf der neuen Ortsumfahrung Mögglingen gilt einfach mal „Wer kann, der darf“, gerne auch mit Tempo 280, wenn’s sein muss?

Das ist wirklich ein fatales Signal, wenn wir den CO2-Ausstoß und den Straßenlärm verringern und die Unfallproblematik entschärfen möchten. Und die Geisterfahrerproblematik? Zwei Falschfahrer in einer Woche, doch beim RP sagt man, alles prima mit der Beschilderung, die Leute sind einfach selber schuld, wenn sie es nicht kapieren. Das ist fahrlässiger Zynismus – die pure Arroganz der Macht!

Hier ist dringender Handlungsbedarf geboten. Diese vorgestrigen Fehlentscheidungen aus dem Regierungspräsidium müssen schnell korrigiert werden: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 100 und eine deutlichere Beschilderung zur Vermeidung von Falschfahrern sind dringend nötig!

© Schwäbische Post 07.05.2019 16:27
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Kommentare

Zugegeben, mich hat's auch etwas gewundert, als ich die Strecke zum ersten Mal gefahren bin und dort keine ( im Grunde erwartete/befürchtete ) Geschwindigkeitsbeschränkung vorgefunden habe.

Angesichts der geschwungenen Streckenführung nehme ich aber an, dass jemand nur dann schneller als 140/150 km/h ( Tacho ) fährt, wenn er es unbedingt will, alle anderen werden der Biegungen wegen freiwillig nicht schneller als etwa 120/130 km/h fahren.

Andererseits wundert mich der Wunsch nach '120' km/h als angeordnete Höchstgeschwindigkeit. Da wir ohnehin eine seit Jahren geltende ( und vielmals nicht beachtete ) Richtgeschwindigkeit von 130 km/h haben, wäre es doch nur sinnvoll und logisch, im Falle einer nötigen Beschränkung die 'Richt'geschwindigkeit zur ersten 'Pflicht'geschwindigkeit ( jeweils maximal, nicht minimal ) zu machen, also '130' anzuordnen, es gibt aber nur wenige Bundesländer, die das so umsetzen. Ich muss mal spotten: Diese 'krumme' Zahl ( '130' ) widerstrebt wohl dem deutschen Ordnungssinn nach 'Rechtwinkligkeit'.