„Uno“

Unkenntnis, Unmut und Uno

  • „Uno“ Foto: Mattel
Ob nun US-präsidial via @realDonaldTrump oder aber spielerisch via @realUNOgame, die Twitter-Nutzer zwitschern uns beizeiten ihre eigene Sicht der Dinge aufs mobile Endgerät. Trumps Tweets kennen wir zu gut, widmen wir uns also jenen des Spielzeug-Konzerns Mattel. Der zwitschert nun: „You cannot stack draw 2 & 4 cards.“

Unerhört! Wir haben also das Kartenspiel „Uno“ immer falsch gespielt. Auf eine +2-Karte oder +4-Karte muss der Nachfolgende immer zwei beziehungsweise vier Karten ziehen und aussetzen. Immer! Die Botschaft erregte abertausende Zwitscher-Reaktionen – Verstörung, Verzagen, Verachtung. Mattel macht uns unser „Uno“ kaputt! Richtig wäre doch: Auf eine Plus-Karte kommt eine weitere Plus-Karte, bis einer nicht mehr kann und all die Strafkarten ziehen darf.

Die Uno-Homepage nennt indes eine weitere absurde Regel: Eine +4 darf nur fallen, wenn der Ausspielende keine andere Karte regelgerecht (gleiche Farbe, Symbol oder Zahl) spielen kann. Der Nachfolgende darf anzweifeln, ob der Vordermann zurecht die fiese Karte gelegt hat . . . Alles viel zu kompliziert? Da ist was dran.

Weshalb Mattel wohl am Ende der Regeln alle die alternativen Hausregeln anbietet, die uns Uno spielen lässt, wie wir es kennen und lieben. Die Regel-Stringenz ist somit zwar eher mau-mau. Doch: Schwamm drüber. Regeln sind eh nur dazu da, um den Spielspaß in Grenzen zu halten. Fabian Ziehe
© Südwest Presse 15.05.2019 07:45
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