Milliardenstrafe für Bayer-Tochter

Monsanto zu hohem Schadenersatz an zwei erkrankte Kunden verurteilt.
Der Kauf von Monsanto entwickelt sich für Bayer zusehends zum Albtraum. Zum dritten Mal binnen weniger Monate verurteilte eine Jury in den USA den Konzern zu einer hohen Schadenersatzerzahlung an Kläger, die das Unkrautvernichtungsmittel Roundup von Monsanto für ihre Krebserkrankungen verantwortlich machen. Bayer kündigte an, Rechtsmittel einzulegen. Der Aktienkurs sackte ab.

Das Gericht in Oakland verurteilte Monsanto zur Zahlung von zwei Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) an das Ehepaar Pilliod. Beide Senioren sind am Non-Hodgkin-Lymphom erkrankt und machen dafür das glyphosathaltige Roundup verantwortlich, das sie seit 1982 zur Unkrautbekämpfung nutzten. Die Anwälte der Kläger sprachen von einem „historischen“ Strafmaß.

Bayer teilte mit, der Konzern sei von der Entscheidung der Jury „enttäuscht“. Es stehe in direktem Widerspruch zu der Einschätzung der US-Umweltschutzbehörde EPA, die erst vergangenen Monat im Rahmen der vorläufigen Zulassungsüberprüfung veröffentlicht wurde.

Monsanto war zuvor bereits in zwei Prozessen zu Dutzenden Millionen Euro Schadenersatz verurteilt worden. Bayer hatte Monsanto im vergangenen Jahr für rund 56 Milliarden Euro gekauft und steht deshalb massiv unter Druck. in den USA sind nach Unternehmensangaben noch 13 400 weitere Klagen gegen Monsanto anhängig. afp

Wirtschaft
© Südwest Presse 15.05.2019 07:45
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