Mit neun Olympiasiegerinnen zur „Tour de France“

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bangt vor der Weltmeisterschaft in Frankreich um ihre an der Schulter verletzte Torhüterin Almuth Schult.
  • Leonie Maier (li., im Zweikampf mit der Spanierin Alexia Putellas), weiß, wie man Titel gewinnt. Die 26- Jährige aus Remseck gehört dem Team an, das in Rio Olympia-Gold holte. Foto: afp
Beim Werbespot für den Sponsor stellten die deutschen Fußballerinnen ihr Licht noch unter den Scheffel. „Wir spielen für eine Nation, die unsere Namen nicht kennt“, tönte es bei der Bekanntgabe des 23-köpfigen WM-Aufgebots im Frankfurter Commerzbank-Tower aus den Lautsprechern. Genau das soll sich bei der Endrunde in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) ändern. Neun Olympiasiegerinnen wollen die DFB-Auswahl zum dritten Stern führen – auch wenn hinter Gold-Torhüterin Almuth Schult ein großes Fragezeichen steht.

„Sie hat eine Schulterverletzung. Diese Verletzung muss so in Ordnung sein, dass sie 100 Prozent performen kann“, sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg über ihre Torhüterin Nummer eins. Dabei werden Erinnerungen an Schults männliches Pendant Manuel Neuer wach, dessen Einsatz vor der WM im vergangenen Jahr lange Zeit fraglich war.

Simone Laudehr tritt zurück

Erst beim abschließenden Trainingslager in Grassau wird sich entscheiden, ob es für die 28 Jahre alte Torhüterin des VfL Wolfsburg reicht oder ob entweder Merle Frohms (SC Freiburg) oder Laura Benkarth (Bayern München) zur Nummer eins aufsteigt.

Leicht hat es sich Voss-Tecklenburg nicht gemacht. „Wir haben im Trainerteam intensiv diskutiert. Es waren knappe Entscheidungen dabei, weil wir eine hohe Qualität innerhalb der Mannschaft haben“, so die 51-Jährige. Nicht berücksichtigt wurde Simone Laudehr (FC Bayern), die darauf ihren Rücktritt aus der DFB-Auswahl erklärte.

Schult, Benkarth, Lena Goeßling, die in Stuttgart geborene Leonie Maier, Dzsenifer Marozsan, Alexandra Popp, Melanie Leupolz, Sara Däbritz und Svenja Huth wissen, was für einen Triumph nötig ist. Sie holten in Brasilien Olympia-Gold und müssen den WM-Debütantinnen den Erfolgsweg aufzeigen. Für 15 Spielerinnen ist es die erste WM, da auch Huth noch nie bei einer Endrunde dabei war.

Fünf Spielerinnen (Torhüterin Lisa Schmitz sowie Kristin Demann, Felicitas Rauch, Pauline Bremer und Lena Lattwein) wurden zusätzlich als Back-up für den finalen Lehrgang inklusive Generalprobe am 30. Mai in Regensburg gegen Chile (17.45 Uhr/ARD) nominiert.

Der Countdown für die die auch logistisch herausfordernde Tour de France läuft bereits. Am 3. Juni wird der Rekord-Europameister nach Frankreich reisen, wo in der Gruppe B neben China (8. Juni/Rennes) noch Spanien (12. Juni/Valenciennes) und Neuling Südafrika (17. Juni/Montpellier) warten . sid
© Südwest Presse 15.05.2019 07:45
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