Bahn hält Lokführer in Reserve

In Stuttgart sollen zehn Bahnmitarbeiter künftig im Notfall einspringen. Auch bei der privaten Konkurrenz.
  • Die roten Züge von DB-Regio fahren im Land künftig seltener. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa
In der Nacht vom 8. auf den 9. Juni soll Schluss sein für die Bahn-Tochter DB-Regio. Dann übernehmen die privaten Bahnunternehmen Abellio und GoAhead den Verkehr auf mehreren Bahnstrecken von und nach Stuttgart. Zu Beginn wird die DB die beiden Konkurrenten jedoch bei der Inbetriebnahme unterstützen, teilte das Unternehmen in Stuttgart mit. So werde DB-Regio dem Konkurrenten GoAhead für drei Jahre mit bis zu 30 Lokführern und auch Fahrzeugen aushelfen, dem Konkurrenten Abellio werden Züge bereitgestellt. „Sonst könnte das System ins Wanken geraten“, sagte David Weltzien, Chef der DB-Regio im Land.

Allerdings könne man ab dem 9. Juni nicht komplett so weiterfahren wie zuvor, warnte Weltzien. Zu diesem Zeitpunkt werde etwa die Stuttgarter Leitstelle geschlossen, außerdem sei ein Teil der Züge bereits an anderen Einsatzstellen eingeplant oder werde außer Dienst gestellt. Darüber hinaus hätte ein Großteil der rund 160 Lokführer, die bislang für DB-Regio fahren, ab dann eine andere Stelle. Die meisten bleiben laut Weltzien im Konzern und wechseln den Arbeitsort.

Außerdem plant die Bahn, gemeinsam mit dem Land in Stuttgart zunächst für ein Jahr befristet eine Lokführer-Reserve zu schaffen. Ab Januar 2020 sollen am Stuttgarter Hauptbahnhof zehn Lokführer zur Verfügung stehen, die bei Krankmeldungen oder anderen Ausfälle einspringen können – und zwar sowohl für die Bahn als auch für die privaten Konkurrenten. Bezahlen muss die Reserve das Unternehmen, das auf die Lokführer zugreift. Gibt es nicht genügend Nachfrage, springt das Land finanziell ein.

Darüber hinaus baut die Bahn im Auftrag des Verkehrsministeriums auch eine Fahrzeug-Reserve auf. Die drei Doppelstockzüge und drei Elektrozüge sollen vor allem bei Fußballspielen oder technischen Problemen an anderen Triebwagen eingesetzt werden. Auch dieses Projekt ist zunächst auf ein Jahr befristet.

Zusätzlich übernimmt die Bahn in ihren Werkstätten die Wartung von Zügen. Dafür gebe es bereits Verträge mit den Konkurrenten. David Nau
© Südwest Presse 15.05.2019 07:45
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