Lesermeinung

Zu Thema Klimaschutz:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Richard Arnold,

am 10. April sprachen Laura Weber und ich vor dem Gmünder Gemeinderat für die Bewegung „Fridays for Future Ostalb“. Wir haben bis zum heutigen Tag leider noch keine wirkliche Reaktion von Ihnen auf die Forderungen bekommen, die wir im Gemeinderat vorgestellt haben. Dabei müssen Sie diese Forderungen ja nicht einmal mittragen, wir hätten uns auch über eine kontroverse Diskussion gefreut. So hat man das beklemmende Gefühl, totgeschwiegen zu werden.

Kopfschütteln bereitet allerdings, dass Sie die so große und wichtige Aufgabe des Klimaschutzes einfach in den machtlosen alle drei Monate tagenden Jugendgemeinderat abgeschoben haben. Meiner Meinung nach ist es die Aufgabe des Stadtoberhauptes, sich zusammen mit dem Gemeinderat um den Klimaschutz in Gmünd und die Zukunft der jüngeren Generationen zu kümmern. Die Stadt Konstanz macht beispielsweise vor, wie man etwas konkret tun kann. So wurde dort wenigstens der „Klimanotstand“ ausgerufen und der Konstanzer Gemeinderat möchte den Klimaschutz zukünftig in alle Entscheidungen miteinbeziehen.

Abschließend möchte ich Sie ermutigen, mal ernsthaft etwas für den Erhalt unserer Umwelt zu tun. Sie sind ja sonst nicht gerade zurückhaltend, wenn es um das Marketing der Stadt geht, auch wenn man es mit seriöser Klimaschutzpolitik meist nicht in die „Bild“-Zeitung schafft.

© Schwäbische Post 16.05.2019 20:20
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Kommentare

Der Oberbürgermeister möchte bitte mit bedenken, dass auch sehr viele Erwachsene Steuerzahler voll und ganz hinter dieser Forderung stehen und gerade kurz vor den Kommunalwahen sehen möchten, dass sich da auch in unserer Kommune etwas bewegt!

Unser OB und seine CDU bauen lieber sperrige Hotels quer zur vorherrschenden Windrichtung ins Tal, als dass sie sich ernsthaft Gedanken um den Klimaschutz machen würden. Hierzu passt auch, dass sie die fürs Klima wichtigen Kaltluftschneisen an den bewaldeten Talhängen Stück für Stück mit Spaßbädern und Villen für Neureiche bebauen würden.

Einige Gmünder Ratsmitglieder der CDU haben sich in den letzten Jahren vor allem durch Arroganz und Inkompetenz hervorgetan. Es wird Zeit, dass die CDU dafür bei den anstehenden Kommunalwahlen abgestraft wird. Nicht nur dem Klima zuliebe.

Auf dem Negativ-Konto von OB und der Mehrheitsfraktion der CDU verbuche ich auch, dass sie nicht wirklich in einen Dialog treten mit den engagierten jungen Leuten der "Fridays for Future Ostalb“-Bewegung. Ich bin jedenfalls froh, dass da endlich eine politisch aktive Jugend heranwächst, die aufmüpfig für ihre eigenen Interessen eintritt.

>Wir haben bis zum heutigen Tag leider noch keine wirkliche Reaktion von Ihnen auf die Forderungen bekommen, die wir im Gemeinderat vorgestellt haben.<

Bei allem Verständnis für die Sache an sich und deren Dringlichkeit, und nicht nur wegen des Klimas, sondern wegen der endlichen Ressourcen. Wenn wir Kohle, Öl und Gas in vielleicht 500 Jahren ( nur um eine Zahl zu nennen ) aufgebraucht sind, was kommt denn nach? Die Natur hat Millionen Jahre für das Ansammeln dieser Ressourcen gebraucht, also etwas länger als 1 bis 5 Legislaturperioden. Vor 500 Jahren hat Luther seine Thesen angeschlagen, soll jemand in 500 Jahren 'causa finita' sagen?

Aber trotzdem, 'Forderungen' sind exklamatorisch, ganz allgemein, wohlfeil und kosten nix, man stellt sie eben an Andere, was man daran sieht, dass Politiker dauernd mit 'Forderungen' um sich werfen.

'Klimaschutz' und 'Klimanotstand' als Oberbegriff ist in Ordnung, aber der Teufel steckt nun mal im Detail der täglichen Kleinarbeit, des eigenen Umdenkens und womöglich auch des eigenen Verzichts.

Auf wie viel Nutzung der 'ßoschal midiah' wollen Sie konkret zur CO2-Reduktion verzichten, wann demonstrieren Sie für Windkraftanlagen und für Stromtrassen?

Sicher, es gibt auch Dinge, die können wir nur fordern, weil die Entscheidungen andern Orts getroffen werden, so eine spürbare CO2-Abgabe für alle, die Investitionen in Forschung und Entwicklung von Speichern und großtechnischen Konversionsanlagen ( P2G und P2L ). Aber selbst da wäre unser OB überfordert, das übersteigt seinen Einfluss bei weitem.

Eins haben Sie aus meiner Sicht richtig erkannt: Dieser Klima-/Ressourcenschutz bedeutet das Bohren von ganz, ganz dicken und harten Brettern ( vor manchen Köpfen ), das bedeutet viel Arbeit und Schweiß. Dann bleibt natürlich kaum noch Zeit für die Repräsentation, die Selbstdarstellung ...