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Großkonzerne gerecht besteuern!

In Deutschland kontrolliert Amazon inzwischen 50 bis 70 Prozent des Onlinehandels mit Büchern. Eine solche Marktmacht hat es im Bereich des Buchhandels noch nie gegeben. Doch dem Unternehmen ist das nicht genug, weshalb es in immer weitere Geschäftsfelder wie den Lebensmittelhandel vorstößt. Amazon zahlt viel zu geringe Steuern. Am 4. Oktober 2017 entschied die EU-Kommission, dass Luxemburg rund 250 Millionen € von Amazon zurückfordern muss. Jahrelang hatte der Konzern dort eine Sonderbehandlung genossen: Statt der Üblichen rund 29 zahlte er im Ergebnis nur ca. 8 Prozent Steuern. Da die riesigen deutschen Auslieferungszentren nicht als „Betriebsstätten“ gewertet werden, konnte ein Großteil der Gewinne nach Luxemburg verschoben werden. Seit 2016 gibt es zwar eine steuerpflichtige Niederlassung in München, Amazon reduziert aber weiterhin seine Gewinne und seine Steuern deutlich - in welcher Höhe konnte eine küirzlich erschienene Studie der Otto-Brenner-Stiftung nur schätzen. Gemessen am im Deutschland gemachten Umsatz waren knapp 200 Millionen € fällig, Amazon zahlt schätzungsweise 20-50 Millionen € - eine gewaltige Differenz.

© derleguan 19.05.2019 10:39
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