Lesermeinung

Zum Leserbrief „Nicht jeden Senf drucken“ vom 21.05.

Der Leserbrief „Nicht jeden Senf drucken“ weist zwei wichtige Einsichten auf: In der Klimadiskussion solle nur noch in der Zeitung erscheinen, was den selbst ernannten Klimaschützern in den Kram passt. Eine Zeitung, die dieser Forderung nachkäme, würde Zensur betreiben. Hier zeigt die Redaktion der Schwäbischen Post, dass sie solchem Ansinnen widersteht und die Meinung des Andersdenkenden zulässt und den Meinungsstreit positiv unterstützt.

Wer nach den Fakten in der Diskussion um den Klimawandel fragt und nur die Antwort erhält, dass die „Simulations-Modelle“ immer besser würden und dementsprechend die Simulation, die eben kein wissenschaftlicher Beweis ist, als behauptete Tatsache benennt, der schaut auch mal im Fremdwörter-Duden nach und bekommt dort erklärt: „Simulation: Verstellung, Vortäuschung [einer Krankheit]“ und für „simulieren: 1) [eine Krankheit] vortäuschen, vorgeben; sich verstellen; 2) ugs. für: nachsinnen, grübeln“.

Zuschauern von Fußballspielen entgeht es nicht: Spieler, die sich schmerzanzeigend auf dem Rasen wälzen, simulieren oft eine schwere Verletzung. Diese Simulation ist Teil der Spielhandlung: Im Spielverlauf gibt es eine Verschnaufpause für alle und selber kommt man wieder in Ballbesitz. In den Naturwissenschaften gilt: Was als Tatsache behauptet wird, muss auch im wissenschaftlichen Verfahren durch Versuche bewiesen werden können.

© Schwäbische Post 23.05.2019 20:31
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Der Begriff 'Simulation ist zweideutig, eine Deutung ist sicher die der Beschreibung des sich am Boden wälzenden Fußballers.

Die andere, siehe Wikipedia 'Simulation':

Die Simulation oder Simulierung ist eine Vorgehensweise zur Analyse von Systemen, die für die theoretische oder formelmäßige Behandlung zu komplex sind. Dies ist überwiegend bei dynamischem Systemverhalten gegeben. Bei der Simulation werden Experimente an einem Modell durchgeführt, um Erkenntnisse über das reale System zu gewinnen. Im Zusammenhang mit Simulation spricht man von dem zu simulierenden System und von einem Simulator als Implementierung oder Realisierung eines Simulationsmodells. Letzteres stellt eine Abstraktion des zu simulierenden Systems dar (Struktur, Funktion, Verhalten). Der Ablauf des Simulators mit konkreten Werten (Parametrierung) wird als Simulationsexperiment bezeichnet. Dessen Ergebnisse können dann interpretiert und auf das zu simulierende System übertragen werden.

Deswegen ist der erste Schritt einer Simulation stets die Modellfindung. Wird ein neues Modell entwickelt, spricht man von Modellierung. Ist ein vorhandenes Modell geeignet, um Aussagen über die zu lösende Problemstellung zu machen, müssen lediglich die Parameter des Modells eingestellt werden. Das Modell, respektive die Simulationsergebnisse können dann für Rückschlüsse auf das Problem und seine Lösung genutzt werden. Daran können sich – sofern stochastische Prozesse simuliert wurden – statistische Auswertungen anschließen.

Die Methode der Simulation wird für viele Problemstellungen der Praxis eingesetzt. Bekannte Felder des Einsatzes von Simulationen sind die Strömungs-, Verkehrs-, Wetter- und Klimasimulation.