Leserbeiträge

Böbingen braucht eine Jugendinitiative

Vielfach war in den letzten Wochen zu lesen: seit 40(!) Jahren gibt es nun die Jugendinitiative Lautern (JiL). Dazu kann man nur gratulieren und sich wünschen, dass diese Erfolgsgeschichte noch lange so weitergeht und Bestand hat! Für mich ist das auch alles andere als selbstverständlich, zumal das JIL inmitten Lautern beheimatet ist. Hier scheint ein gutes Miteinander zwischen Anwohner und Besucher des JIL prima zu funktionieren. Auch ich erinnere mich gerne an Momente zurück, die ich hier als Jugendlicher verbracht habe.

Ein ganz ähnliches Bild in Bartholomä. Dort nennt sich die Jugendorganisation JOB, besteht bereits seit 27(!) Jahren. Das Jugendhaus ist vor allem an den Wochenenden am Abend geöffnet - ebenfalls eine tolle Gelegenheit für Treffen und ein gemeinschaftliches Beisammensein der Jugendlichen. Darüber hinaus werden verschiedenste Aktionen durchgeführt, Ausflüge stehen auf dem Programm, ab und an finden auch größere Events statt. Für mich ist das ebenfalls eine äußerst gelungene Jugendinitiative, die sehr viel Engagement und gemeinsamem Arbeitseinsatz der Jugendlichen bedarf.

Was ich mich immer wieder frage: warum haben wir so etwas nicht auch in Böbingen? Warum bekommen wir das hier am Ort nicht in ähnlicher Form organisiert? Was sind der Schlüssel und die Erfolgsrezepte? Was wir hier im Ort haben ist neben einem außerordentlichen Vereinsangebot ein Jugendtreff, der allerdings eher für die etwas Jüngeren gedacht ist. Zum einen gibt es eine Altersbeschränkung, zum anderen sind die Öffnungszeiten für die etwas älteren Jugendlichen wenig attraktiv - insbesondere an den Wochenenden ist geschlossen. Wohin also fragen sich zu recht viele Jugendliche in Böbingen, insbesondere, wenn nicht der elterliche Fahrdienst in Anspruch genommen werden soll.

Ich meine, hier braucht es eine neue Initiative. Mir ist bewusst, dass es in der Vergangenheit immer wieder Anläufe gab – mit bekanntem Ausgang. Kann und darf uns das zufrieden stellen? Zu hören ist von Beschwerden hinsichtlich der Zeit, die Jugendliche nicht gemeinsam, sondern zu Hause mit elektronischen Medien verbringen oder dass Jugendliche abends an Plätzen „herumlungern“, an denen sie unerwünscht sind. Hiergegen kann was getan werden. Lasst uns also gemeinsam weitere Alternativen in Böbingen schaffen. Und es wird sich auch ganz bestimmt ein Ort finden, an dem alle Belange und Interessen unter einen Hut zu bringen sind. Ich würde mich hierfür gerne engagieren wollen.

© Dr. Steffen Henzler 24.05.2019 07:46
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