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‚Im Land eignen sich mehr Flächen für Windkraft‘ und ‚Windkraft-Fläche verdoppelt‘ ( P-GT vom 31. Mai 2019 )

>6,2 Prozent der Landesfläche eignen sich theoretisch für eine wirtschaftliche Windkraftnutzung …<, das klingt doch gut, da kann die vielgerühmte Energiewende ja nicht mehr weit entfernt sein.
>Ende 2018 lieferten 720 Windkraftanlagen in Baden-Württemberg erneuerbaren Strom – das sind doppelt so viele wie Ende 2011.<, doppelt so viele, das klingt ja fast so, als sein die vielgerühmte Energiewende schon fast erreicht.
> Statt Standorte nach Meter pro Sekunde zu klassifizieren, sollen sie nach Watt pro Quadratmeter bewertet werden.< klingt auch gut, aber um vom Messwert zum Bewertungswert zu kommen, sind Umrechnungen mit Friemelfaktoren nötig, ebenso wie bei den vielmals genannten Werten ‚für einen 4-köpfigen Haushalt‘ bei Stromkosten und Müllabfuhr, aber was soll‘s, mit guten Zahlen macht man sicher gute Politik.
Doch dann kommt in einem kleinen Satz die Keule der Ernüchterung: > Die Windkraft hat einen Anteil von 3,7 Prozent an der hiesigen Bruttostromerzeugung.<
Drei Komma sieben Prozent, in Worten! Das bedeutet, rechnet man es auf die Woche um, dass am Montagmorgen um 6.15 Uhr Schluss mit lustig ist, ab da wird für den ganzen Rest der Woche bei Kerzenlicht gestrickt und gekocht!
In einem Kommentar einer überregionalen Zeitung fand ich den Vorschlag, dass der Süden Deutschlands doch keine Stromtrassen und keine WKA brauche, es müsste nur die Industrie von dort nach Norddeutschland umziehen, dahin, wo der Wind weht und wo schon die WKA stehen.

© 01.06.2019 00:18
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Kommentare

derleguan

Wie oben beschrieben sieht man, dass schon viel in Sachen erneuerbare Energien getan wurde, aber die ewig Gestrigen, Rückwärtsgewandten versuchen immer wieder auf die Bremse zu treten und die Schritte zu verhindern, damit wir zügig und schnell aus Braunkohle, und Atomkraft aussteigen können.

Wie oben beschrieben sind also weitere zügige Schritte zum Ausbau der erneuerbaren Energien gerade hier im Süden trotz der schon erreichten Erfolge nötig.

In my humble opinion

derleguan schrieb am 01.06.2019 um 07:42

Wie oben beschrieben sieht man, dass schon viel in Sachen erneuerbare Energien getan wurde, aber die ewig Gestrigen, Rückwärtsgewandten versuchen immer wieder auf die Bremse zu treten und die Schritte zu verhindern, damit wir zügig und schnell aus Braunkohle, und Atomkraft aussteigen können.

Wie oben beschrieben sind also weitere zügige Schritte zum Ausbau der erneuerbaren Energien gerade hier im Süden trotz der schon erreichten Erfolge nötig.

Sie drücken es aber sehr positiv aus mit 'viel ... getan' und 'weitere zügige ...', ich nenne den aktuellen Stand 'den Dreck unterm Fingernagel', wir haben ja wohl gerade erst mal an der Energiewende geschnuppert. Viele 'fordern', 'wollen', 'verlangen', aber wenn es dann zum Schwur kommt, wird schnell die 'BI Dagegen' gegründet, immer nach dem Motto:

"Wasch' mir den Pelz, aber mach' mich nicht nass."

"Wie wäre es denn mit Dry Cleaning?"

"NEIN, CHEMISCHE Reinigung will ich auch nicht!"

derleguan

Strom aus erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor steigerte sich von 36,0 Prozent (2017) auf 37,8 Prozent (2018) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2018 etwa 225,7 TWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, dies sind 4,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern erreichte damit erstmals in etwa das Niveau der Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle zusammen.

Wind

Die Windenergie leistete den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und lag im Jahr 2018 nochmals über dem Rekordergebnis des Vorjahres. Trotz zurückgehenden Zubaus im aktuellen Jahr (plus 3.236 Megawatt (MW)) konnte mit 111,6 TWh ein neuer Höchstwert erreicht werden (im Jahr 2017 waren es noch 105,7 TWh). Damit stieg die Windstromerzeugung um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Quelle: Umweltbundesamt

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen?sprungmarke=statusquo#textpart-1

In my humble opinion

derleguan schrieb am 02.06.2019 um 07:55

Strom aus erneuerbaren Energien

...

Quelle: Umweltbundesamt

https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen?sprungmarke=statusquo#textpart-1

Das Problem liegt einfach darin, die Zahlen geschickt aufzubereiten und zusammenzustellen, um 'Erfolge' vorweisen zu können, das kann man scherzhaft auch so beschreiben: Ein Fuß in der Tiefkühltruhe, ein Fuß auf der heißen Herdplatte - und im Durchschnitt geht es doch gut, oder?

Unsere Stromversorgung basierte bisher auf konventionellen Kraftwerken, die stets und stetig Energie liefern können, die Verteilungswege sind an die Standorte der Kraftwerke und die Gebiete des Verbrauchs angepasst worden.

Der Wind weht nicht zu allen Zeiten und nicht überall gleichmäßig und gleich stark und Sonne gibt es in der Nacht nicht. Dazu sind die windhöffigen Gebiete nicht die, in denen die meiste elektrische Energie verbraucht wird.

Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt, sagt das Sprichwort, aber unser Verhalten auf dieser Reise in das 'erneuerbare Zeitalter' erinnert mich doch stark an die beiden Ringelnatz'schen Ameisen auf ihrer Australienreise.