Anlaufstelle für Missbrauchsopfer

Evangelische Kirche in Deutschland richtet erstmals ein zentrales Hilfsangebot ein. Eine Studie zum Skandal soll folgen.
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) richtet eine zentrale Anlaufstelle für Missbrauchsopfer ein. Vom 1. Juli an können sich Betroffene an eine unabhängige Stelle wenden, wie die EKD bei einem Expertenfachtag zur Aufarbeitung des Skandals um sexuellen Missbrauch mitteilte. Die Maßnahme ist Teil eines im vergangenen November beschlossenen Elfpunkteplans, für dessen Umsetzung die Kirche in diesem Jahr rund eine Million Euro zur Verfügung stellt.

Mit der Einrichtung der „Zentralen Anlaufstelle.help“ werde ein Anliegen umgesetzt, „dessen Dringlichkeit uns Betroffene immer wieder eindrücklich geschildert haben“, erklärte Bischöfin Kirsten Fehrs als Sprecherin des EKD-Beauftragtenrats. Die dezentralen Strukturen in der evangelischen Kirche hätten es erschwert, die richtigen Ansprechpartner zu finden. Diese Hürde solle mit der zentralen Anlaufstelle wirksam abgebaut werden. Die EKD schloss dafür einen Vertrag mit der Fachberatungsstelle „Pfiffigunde Heilbronn“. Betroffenen stehen dort künftig geschulte Fachkräfte für Beratungsgespräche zur Verfügung.

Auf dem Fachtag beschäftigte sich die Kirche auch mit den Vorbereitungen für eine wissenschaftliche Studie zur Aufarbeitung des Skandals. Eine öffentliche Ausschreibung soll das Uniklinikum Hamburg-Eppendorf ausarbeiten. Erste Ergebnisse werden Ende 2012 erwartet. epd
© Südwest Presse 12.06.2019 07:46
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