Beim Öffnen der Tür erschlagen

Tod einer 84-jährigen Frau: Der Angeklagte kam laut Staatsanwalt mit Hammer und Messer.
Mit einem Hammer und einem Taschenmesser bewaffnet soll ein 30-Jähriger bei einer 84-jährigen Frau geklingelt, sie getötet und ihre Bankkarte gestohlen haben. Seit Dienstag steht er vor dem Stuttgarter Landgericht, angeklagt des Mordes und Raubes mit Todesfolge. Die Tat wiege besonders schwer, da er die Frau heimtückisch und aus Habgier getötet habe, heißt es in der Anklage (Az. 1 Ks 115 Js 90189/18).

Anfang September vergangenen Jahres habe er in Neuhausen auf den Fildern (Kreis Esslingen) abends bei der 84-Jährigen geklingelt, hält ihm die Staatsanwaltschaft vor. Nachdem die Frau ihm geöffnet hatte, habe er ohne Vorwarnung mit einem mitgebrachten Maurerhammer auf ihren Kopf eingeschlagen. Auch nachdem diese schon am Boden lag, habe er noch mindestens zehnmal zugeschlagen.

Die Verletzungen wären an sich schon tödlich gewesen, sagte der Staatsanwalt. Der Mann habe die Frau allerdings anschließend noch in den Hals gestochen – zuerst mit dem mitgebrachten Taschenmesser und dann mit einem Küchenmesser aus der Wohnung. Die Frau verblutete.

Der Mann hat die Wohnung der Frau nach Angaben der Staatsanwaltschaft nach Wertsachen durchsucht – weitgehend vergeblich – und schließlich eine Bankkarte gestohlen. Später scheiterte der Versuch, mit der Karte Geld abzuheben.

Tatmotiv Schulden?

Es sei anzunehmen, dass der Täter und sein Opfer sich gekannt hatten, sagte der Staatsanwalt nach dem ersten Verhandlungstag. Das Haus, in dem die Frau wohnte, gehörte dem Schwager des Angeklagten. Der Schwager wohnte auch in dem Haus, war aber laut den Ermittlern zur Tatzeit im Urlaub.

Offenbar war der Angeklagte davon ausgegangen, dass die Seniorin vermögend sei. Zudem sei er verschuldet gewesen, was wohl das Tatmotiv gewesen sei, sagte der Staatsanwalt. Der Angeklagte habe die Tat bisher bestritten, obwohl die Polizei seine DNA-Spuren gefunden hatte. dpa
© Südwest Presse 12.06.2019 07:46
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