Lesermeinung

Zu den „Fridays for Future“:

Letzten Freitag in Aalen – keine Demo?! Die Schüler, die sonst für ein besseres Klima auf die Straße gehen, sind in den Ferien. Hoffentlich mit der Bahn (wenn sie denn fährt) oder am besten von Zuhause losgewandert oder mit dem Fahrrädle unterwegs. Mit dem Auto, dem Schiff oder fliegen – das geht gar nicht. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Der Klimaschutz hört bei vielen an der eigenen Haustür auf. Und im eingezäunten Wellnessresort oder auf dem Schiff wird gegessen, was auch immer auf den Tisch kommt. Zuhause kommt die Milch von der Kuh, die Hörner trägt, auf einen Namen hört und jeden Tag auf der Weide rumspaziert. Das Ei ist freilaufend, und das Brathähnchen war ein Brudergockel. Das Gemüse alles Bio und Freiland. So ist die Forderung an die heimische Landwirtschaft. Denn diese ist ja der „Hauptverursacher“ des Klimawandels, leidet aber selbst am meisten darunter.

Dürren, Überschwemmungen, Missernten, der Wald, die grüne Lunge vor allem für folgende Generationen, geht kaputt! Diese Ereignisse zwingen viele Landwirte zur Kapitulation. Jeden Tag sterben acht Höfe in Deutschland – das sind acht zuviel. Denn wir brauchen gerade die Landwirtschaft zur Klimaverbesserung. Deshalb erhaltet unsere Landwirtschaft und tut jeden Tag selbst wenigstens „a bissle“ was fürs Klima. Kleinvieh macht auch Mist.

© Schwäbische Post 20.06.2019 17:43
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derleguan

Die EU fördert die Landwirtschaftspolitik mit 58 Milliarden Euro jährlich. Vor allem nach dem Prinzip: Wer viel Fläche und/oder viele Tiere hat bekommt viel Geld. So profitiert immer die Agrarindustrie von den derzeitigen Subventionen. Ein irrsinniges Prinzip, wenn man bedenkt, dass genau diese industrielle Landwirtschaft für massive Umweltschäden verantwortlich ist. Wo tausende von Schweinen, Hühnern und Rinder zusammengepfercht sind, entsteht Gülle ohne ende, die Tiere leiden, die Natur auch!
Leider sitzen im Landwirtschaftsausschuss der EU genau die Industielandwirte, die von dieser Regelung profitieren. Der Sprecher der Agrarlobby der konservativen Fraktion beispielsweise ist Albert Deß, der zugleich Vorstandsvorsitzender der Großmolkerei Bayernland ist, die in großem Maße von der jetzigen Regelung profitiert. Die Bürger müssen, auch über Umweltorganisationen massiven Druck aufbauen, damit die Neugestaltung der EU – Agrarsubventionen auch tatsächlich kleinen und mittleren Landwirten, die bevorzugt auch noch ökologisch wirtschaften dienen und nicht den Landwirtschaftskonzernen.