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Organisiertes Schulschwänzen

Immer wieder berichtet die Polizei von Verbrechen, denen vor allem ältere, alleinstehende Bürger ausgesetzt sind. Überwiegend sind es Frauen, Rentnerinnen, die gewohnt sind zu sparen und das Ersparte zusammenhalten können. Hier setzen die Betrüger an: Sie nehmen zunächst Kontakt über das Telefon auf. Die Anrufer sind dann, je nach erstem Aushorchen, Enkel oder Enkelin, denn Enkeln gibt man gerne vom Ersparten. Viel zu oft fallen die so in eine seelische Zwickmühle gebrachten auf diese Hinterlist herein. Die Drahtzieher solcher Verbrechen schicken dann Ganoven los, die sich als Enkel oder als Vertrauter des Enkels ausgeben und lassen sich die geforderten Geldbeträge aushändigen.

Die Vorbereitung solcher Verbrechen ist mit einem gewissen Aufwand verbunden: Den Personenkreis alleinstehender Rentnerinnen herauszufinden, sie über das Telefon auszuhorchen und manchmal schon beim ersten Anruf als Trickbetrüger erkannt zu werden, lässt „Gewinnchancen“ schwinden. Und man braucht noch den nicht immer zuverlässigen Personenkreis der Geldabholer.

Mit diesem von der Polizei beschriebenen Enkeltrick erreicht man nur einen kleinen Personenkreis und der Geldfluss ist nicht gesichert. Man muss erst auf die Idee kommen: Viel lukrativer ist es, alle Rentner und alle Berufstätigen, zur Kasse zu bitten. Die unzuverlässigen Geldeintreiber braucht es nicht, man schickt die Enkel selber los; am besten noch, wenn sie zur Schule gehen sollen, während der Unterrichtszeit. Die Notlage, die sie vortragen, heißt „Klimakatastrophe“, „Klimanotstand“ und „Klimaschutz“. Das funktioniert. Und diejenigen, die die Schulkinder-Enkel zum Schule schwänzen anleiten, um die Zahlungsbereitschaft der Erwachsenen zu wecken, erlassen Vorschriften und Gesetze, um Geld einzutreiben und geben sich so zu erkennen: „Unsere Sache“. Klima kann man damit nicht schützen, niemals. Aber mit dieser List kommt man sehr leicht an das Geld derer, die im Arbeitsleben stehen und an das derjenigen, die nicht selten eine sehr bescheidene Rente beziehen. Das ist der wahre Enkeltrick.

© Schwäbische Post 24.06.2019 20:23
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Kommentare

derleguan

Kein einziger Schüler hat sich während einer Klimademonstration finanziell bereichert! Demnächst erleben wir alle in Deutschland wieder eine Hitzewelle mit bis zu 40°C. Wenn man nichts gegen den Klimawandel unternimmt, ist das wie wenn man sehenden Auges mutwillig ein Flugzeug zum Absturz bringt. Die Schüler versuchen allen die Augen zu öffnen. Neben ihrem eigenen Interesse haben sie noch das Interesse der Menschheit im Blick. Also bitte nicht etwas vergleichen, das nicht verglichen werden kann.

In my humble opinion

In Bezug auf die Trickbetrüger sind wir uns sicher einig über die Schändlichkeit des Tuns, bei Friday-for-future gibt es sicher unterschiedliche Meinungen zur Sinnhaftigkeit des Schuleschwänzens.

Aber dieser argumentative Salto mortale von Trickbetrügern zu Friday-for-future erinnert mich an den Witz über den Biologiestudenten, der sich für seine Prüfung ganz speziell auf das Thema 'Würmer' vorbereitet hat.

Dann kommt die erste Frage des Prüfers: "Erzählen Sie mal was über Elefanten."

Die Antwort des Prüflings beginnt so: "Der Elefant ist ein großes, graues Tier mit 4 Füßen, einem großen Kopf mit großen Ohren und einem langen Rüssel. Der Rüssel hat eine äußerliche Erscheinung wie ein Wurm. Die Würmer werden eingeteilt in vier große Gruppen ....."