Kommentar Rolf Obertreis zur Situation bei der Gewerkschaft Ufo

Bizarrer Streit

  • Rolf Obertreis Foto: Volkmar Könneke
Für Flugreisende und Urlauber ist es eine gute Nachricht. Streiks der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter bei Lufthansa und der Tochter Eurowings sind bis in den September hinein wohl vom Tisch. Bei den von der Gewerkschaft Ufo angekündigten Ausständen hapert es mit der Organisation.

Die Situation hat sich Ufo selbst zuzuschreiben. Monatelang tobte dort ein Führungsstreit mit heftigen Querelen, die möglicherweise vor Gericht ausgefochten werden. Der alte Vorstand hat fast geschlossen seinen Hut genommen. Mehrere hundert Mitglieder sollen ausgetreten sein. Aktuell gibt es laut Lufthansa nur noch ein ordnungsgemäßes Vorstandsmitglied. Es fehlten Gesprächs- und Verhandlungspartner.

Die von Ufo ausgesprochene Kündigung der Tarifverträge betrachtet Lufthansa als unwirksam. Zu Gesprächen ist die Airline derzeit nicht bereit. Man warte auf eine Neuaufstellung von Ufo. Das Ganze macht einen seltsamen Eindruck.

Von außen sind die Vorgänge nur schwer einzuschätzen. Von Sozialpartnerschaft kann aktuell keine Rede sein. Zum Nachteil von Ufo, zum Nachteil der Lufthansa und zum Nachteil von 20 000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern. Auch wenn Passagiere und Urlauber vorerst aufatmen können: Zum Vorteil gereicht auch ihnen das Chaos bei Ufo und der bizarre Streit mit Lufthansa auf Dauer nicht.
© Südwest Presse 11.07.2019 07:45
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