Reden über Fluchtursachen

Zu den Leserbriefen „ LEA “ von A. Steidle und Chr. Fuchs:

In der Sorge um Sicherheit, Recht und Ordnung und Verärgerung über Vorgänge in der LEA in Ellwangen sollten die Leserbriefschreiberinnen nicht vergessen, dass sich unser Kontinent, auch Deutschland, einen Teil seines Reichtums auf Kosten der Menschen in Afrika angeeignet hat.

Die Folgen der Kolonialzeit, aber auch unserer heutigen Politik und Wirtschaft mit unfairem Handel, Ausbeutung der Bodenschätze Afrikas und Waffenexporten „made in Germany“ verschärfen Hunger und Elend vieler Menschen in Afrika. Hilfen für die Menschen dort sind oft einseitig profitable Geschäfte. Dazu kommt die Klimaveränderung, die mit Trockenheit und Überschwemmungen Lebensgrundlagen zerstört.

Und was hat das mit der LEA, den Flüchtlingen und uns zu tun? Sehr viel. Unser „einstmals so friedliches Land“ hat auch andere Seiten, denen wir uns stellen sollten. Den Überblick nicht verlieren: Fluchtursachen benennen und bekämpfen. So ärgerlich die beschriebenen Vorkommnisse sind, über die Fluchtursachen – und die Verursacher – sprechen und tun wir zu wenig.

© Schwäbische Post 16.07.2019 21:57
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Kommentare

derleguan

Die Flüchtlingts-Trecks, die gerade durch Europa ziehen sind die stummen Ankläger gegen die modernen Kriege. Niemand ist gekommen, weil er hier angenehmer leben kann, die Flucht selbst ist teuer, strapaziös und sogar lebensgefährlich. Die Menschen werden vertrieben, weil in ihren Ländern Krieg, Hunger und Korruption herrschen. Zugleich haben die technologischen Kriege immer neue Konfliktherde geschaffen. Gerade die Entwicklungen in Nordafrika zeigen, dass reale Kriege und Wirtschaftskriege nicht voneinander zu trennen sind. Sowohl in Syrien als auch in Libyen spielt der Kampf um Erdöl und Rohstoffe eine entscheidende Rolle. Die realen militärischen Aktionen sind das Ergebnis von Finanz- und Wirtschaftsattacken. Krieg ist Politik mit anderen Mitteln. Daher ist es unzulässig, eine Unterscheidung zwischen "politisch verfolgten Flüchtlingen" und "Wirtschaftsflüchtlingen" zu machen. Alle modernen Kriege sind auch Wirtschaftskriege. In letzter Konsequenz macht es für Iraker, Syrer und Afghanen keinen Unterschied, ob ihre Heimat wegen eines Bombardements, wegen einer spekulativen Attacke auf die Märkte, wegen einer ethnischen. Politische Systeme der Industrienationen haben dabei fast immer ihre Finger im Spiel.

Siehe auch: Dr. Michael Lüders Wer den Wind sät ...

https://www.youtube.com/watch?v=syygOaRlwNE

Perer Schlaak

Sehr geehrte Frau Klink , 

da ich viel im Ausland bin , kann ich meinen Kommentar zu ihrem Leserbrief erst jetzt schreiben . 

Wie Sie richtig feststellen hat Europa ( DEUTSCHLAND) sich an den 3.Weltländern seid Jahrhunderten schwer versündigt . Leider konnte ich als Normalbürger dies nicht verhindern . Dies werden auch meine Kinder , Enkelkinder nicht ungeschehen machen können . 

Nun sind aus diesen Ländern Menschen aus unterschiedlichen Motiven aufgebrochen nach Europa zu kommen. Dies ist Jedem dieser Menschen nicht zu verdenken . Was aber leider auch der Fall ist ... viele dieser Menschen aus einem anderen Kulturkreis sind teilweise in ihren Herkunftsländern schon straffällig geworden bzw. werden es in Europa wieder. 

Sollen wir und unsere Nachkommen dies jetzt tolerieren weil unsere Nation ja " mitschuldig "  ist an den Fluchtursachen ? Dürfen berechtigte rechtsstaatliche Forderungen an " FLÜCHTLINGE " und solche die sich als diese ausgeben nicht eingefordert werden ? Sind wir deshalb gleich Rassisten , Rechtsradikale ?  Jeder der die " uneingeschränkte Willkommenskultur " kritisiert und zur Diskussion stellt ist dann ein Unmensch ? 

Darf Dieser oder Diese dann auch noch wegen seiner Kritik persönlich in Leserbriefen diffamiert werden ?  So ist es leider immer mehr üblich ohne  diskutable Argumente zu haben - verständliche Kritik an der Zuwanderungspolitik und ihre Folgen zu haben - mit persönlichen Angriffen auf die Person einzuwirken . Demokratieverständnis ? NEIN ! 

Peter Schlaak