Den CO2-Fußabdruck meiner Urlaubsfahrt berechnen

Klima Das gewählte Verkehrsmittel ist für die Bilanz am relevantesten.
  • Wer mit dem Zug verreist, kann seinen CO2-Fußabdruck reduzieren und die Umwelt schonen. Foto: als

Viele Urlauber bevorzugen das Auto für die Fahrt in den Urlaub. Einige, die früher sorglos Urlaub gemacht haben, fragen sich nun: Wie klimaschädlich ist das? Die Emissionen einer Urlaubsreise lassen sich nicht bis auf die letzte Nachkommastelle berechnen – aber doch ziemlich gut.

Bahn am umweltfreundlichsten

Mit Abstand am relevantesten ist das gewählte Verkehrsmittel. Auf der Fahrt in den Urlaub sei die Eisenbahn das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, das Flugzeug das klimaschädlichste, erklärt Michael Müller-Görnert vom Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, kann die CO2-Wirkung ziemlich exakt bestimmen. Bei der Verbrennung von einem Liter Benzin werden laut VCD 2,34 Kilo CO2 freigesetzt, bei einem Liter Diesel sind es 2,65 Kilo. Im Schnitt komme der Pkw auf 140 Gramm CO2 pro Personenkilometer – eine Einheit für die Verkehrsleitung eines Beförderungsmittels. Mit einem Fernzug sind es nur 30 bis 40 Gramm.

Im Vergleich dazu sind Flugreisen mit durchschnittlich 201 Gramm pro Personenkilometer besonders schädlich. Bei einer Flug-Pauschalreise ans Mittelmeer entfallen mehr als drei Viertel des CO2-Ausstoßes des gesamten Urlaubs auf den Flug, erläutert Dietrich Brockhagen von Atmosfair. Die Organisation ist eine der Anlaufstellen für Kompensationszahlungen für den CO2-Ausstoß einer Flugreise.

„Das CO2 hängt eins zu eins am Treibstoffverbrauch“, erläutert Brockhagen. Ihn kann Atmosfair berechnen, da sie alle Flugzeuge der Welt in einer Datenbank haben und wissen, wie sie eingesetzt werden.

Atmosfair multipliziert den CO2-Ausstoß mit dem Faktor drei – wegen all der anderen Schadstoffe, die das Klima beeinflussen.

Ökosystem wird überlastet

Theoretisches Beispiel: Bei einem Economy-Flug von Frankfurt nach New York und zurück in einer Boeing 747-400 entfällt auf den Passagier ein CO2-Ausstoß (inklusive anderer Schadstoffe) von 2,722 Tonnen. Lässt man den Flugzeugtyp offen, sind es sogar 3,068 Tonnen. Letztlich haben die Transportmittel-Emissionen bereits eine hohe Aussagekraft darüber, wie klimaverträglich die Reise ist. Das Beispiel New York zeigt dies sehr gut: Der Städtetrip zum Big Apple sprengt bereits des klimaverträgliche Jahresbudget an CO2.

Die Non-Profit-Organisation Global Footprint Network geht davon aus, dass es für eine „gewisse Zeit“ möglich sei, das Ökosystem zu überbeanspruchen, also Ressourcen schneller zu verbrauchen, als sie sich regenerieren. Da der weltweite ökologische Fußabdruck jedoch seit Jahrzehnten über der Biokapazität liegt, werden die regenerativen Möglichkeiten der Erde überstrapaziert und es findet ein „anhaltender Raubbau“ am Bestand statt. Dadurch seien laut dem Netzwerk „letztlich alle natürlichen Prozesse der Biosphäre des Planeten gefährdet“. Dies sei eine gewaltig unterschätzte und zu wenig beachtete Bedrohung unserer Lebensgrundlage. dpa

© Schwäbische Post 26.07.2019 16:05
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