Urlaub im Südwesten noch beliebter

Die Statistiker melden Steigerungen. Die Buga in Heilbronn und der Center Parc Allgäu haben dazu beigetragen.
  • Der Center Parc Allgäu lockt viele Touristen in den Landkreis Ravensburg. Foto: Felix Kästle/dpa
Baden-Württemberg wird als Urlaubsziel immer attraktiver, meldet das Statistische Landesamt. Demnach sind im ersten Halbjahr rund 10,6 Millionen Gäste angekommen, 2,8 Prozent mehr als 2018. Noch deutlicher fielen die Zuwächse bei den Übernachtungszahlen aus. Diese lagen bei 25,8 Millionen und damit um 943 000 oder 3,8 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Bei den größten Gewinnern lässt sich die Entwicklung mit zwei herausragenden Sondereffekten erklären. Der Landkreis Ravensburg legte bei den Übernachtungen um sagenhafte 73,2 Prozent zu, weil in Leutkirch der Center Parc Allgäu mit tausend Häusern eröffnet worden ist. Der Stadtkreis Heilbronn kann eine Steigerung um 23,6 Prozent melden, weil dort seit 17. April die Bundesgartenschau auch viele Besucher anzieht, die länger bleiben möchten. Den Landkreis Heilbronn hat dieser Boom nicht auf Anhieb erreicht, dort macht das Plus nur 1,7 Prozent aus.

Auffallend im Zahlenwerk der Statistiker: In Ulm übernachteten in den ersten sechs Monaten acht Prozent mehr Urlauber als im ersten Halbjahr 2018 – ganz ohne Bundesgartenschau und Ferienpark! Offenbar ist die Stadt mit dem Münster auch so attraktiv. Allerdings muss der Alb-Donau-Kreis einen Rückgang um 6,4 Prozent verkraften. Nur der Kreis Tübingen schneidet mit minus 6,5 Prozent noch schlechter ab. Auch die Landkreise Reutlingen und Heidenheim registrierten weniger schlafende Gäste. Das Gebiet der Schwäbischen Alb hat demnach an Popularität verloren – mindestens in Hinblick auf Herbergen mit mehr als zehn Schlafgelegenheiten, die von der Statistik erfasst werden.

Der für den Tourismus zuständige Landesminister Guido Wolf (CDU) freut sich über die Steigerung: „Ferien in Baden-Württemberg liegen voll im Trend.“ Diese Entwicklung sei aber „nicht gottgegeben, sie ist das Ergebnis der harten Arbeit der Leistungsträger im Tourismusgewerbe“.

Den Urlaubsaufenthalt im eigenen Land, gar ohne weite Anreise, sieht Tourismusminister Wolf nicht nur als nützlich für die Ferienbranche an, er sei auch „ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz“. Hans Georg Frank
© Südwest Presse 13.08.2019 07:45
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.