Erneuter Vorstoß für faire Löhne

Die Mitglieder des Bündnisses müssen verbindliche Schritte gegen Missstände in der Produktion ergreifen.
Das deutsche Textilbündnis plant für 2019 mehr als 1000 weitere Maßnahmen, um menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Umweltschutz und faire Löhne in der weltweiten Textilproduktion durchzusetzen. Erstmals müssen die beteiligten Unternehmen verbindliche Maßnahmen ergreifen, die darauf abzielen, dass die Arbeiterinnen und Arbeiter in den Produktionsländern existenzsichernde Löhne erhalten, teilte der Leiter des Bündnissekretariats, Jürgen Janssen, mit. Im vergangenen Jahr seien 1100 Vorhaben realisiert worden. Einen wichtigen Erfolg gebe es bei der Baumwolle. Rund 32 Prozent der von den Mitgliedern verarbeiteten Baumwolle stamme inzwischen aus Bio-Anbau oder nachhaltiger Produktion. Damit sei die bis 2020 angestrebte Quote von 35 Prozent fast erreicht.

Das Bündnis war Ende 2014 auf Initiative von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) als Antwort auf tödliche Unfälle in Textilfabriken in Bangladesch und Pakistan gegründet worden. Ziele sind unter anderem menschenwürdige Arbeitsbedingungen sowie die Vermeidung gesundheitsschädlicher Chemikalien. Dem Bündnis gehören Modefirmen, Handelsketten, Verbände, Behörden und Hilfsorganisationen an. Zusammen repräsentieren sie nach eigenen Angaben knapp 50 Prozent des deutschen Textilmarktes. Allerdings sank die Zahl der Bündnismitglieder in den vergangenen 12 Monaten von 130 auf 120. dpa
© Südwest Presse 13.08.2019 07:45
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