In Westhausen brummt und boomt es

Im Dreieck zwischen Aalen, Ellwangen und Bopfingen liegt – direkt an der Autobahn 7 – die Gemeinde Westhausen. Der Ort präsentiert sich als lebenswerte, aufstrebende Industriegemeinde inmitten einer herrlichen Landschaft.
  • Blick auf das markante Rathaus und die Hauptstraße in Westhausen. Foto: als
  • Die erste Fahrt mit dem „Wim“ fand im März statt. Foto: Gemeinde Westhausen
  • Im Industriegebiet Waage wird kräftig investiert. Foto: mj

Westhausen. Bürgermeister Markus Knoblauch ist sehr zufrieden mit der Entwicklung seiner Gemeinde. „In Westhausen geht es ab“, sagt er zufrieden. Das größte Bauprojekt in der Geschichte der Gemeinde läuft seit 2016. Die Propsteischule wird bis 2020 umgebaut und erweitert.

Insgesamt fließen 8,5 Millionen Euro in das Projekt. Die ersten beiden Bauabschnitte sind bereits fertig. Nun folgen die Arbeiten an den Klassenzimmern, Fachräumen und am Verwaltungs- und Außenbereich. „Die Propsteischule ist ein Erfolgsmodell“, sagt Knoblauch. Über 450 Schüler besuchen die Gemeinschaftsschule. Über 50 Prozent davon kommen aus der Umgebung im Umkreis von rund 20 Kilometern. 2018 wurden hier die ersten Realschulabschlüsse erfolgreich abgelegt. Dabei schnitten die Westhausener Schüler auch im direkten Vergleich zu den Realschulen hervorragend ab, worauf der Bürgermeister sichtlich stolz ist.

Investitionen in die Zukunft

Weitere Projekte für Bildung und Betreuung sind im Gange. So wurde in den vergangenen Jahren intensiv auch in Betreuungseinrichtungen investiert. In der Kinderkrippe „Am Rinnenberg“ entstand eine dritte Gruppe für Kinder von einem bis drei Jahren. Der Neubau des Kindergartens Sankt Martin konnte 2018 eingeweiht werden. Hierbei hat die Gemeinde mit fast 1,5 Millionen Euro rund zwei Drittel der Baukosten übernommen.

Derzeit wird für über 2 Millionen Euro der Kindergarten in Reichenbach umgebaut. Ein Anbau mit einem fünften Gruppenraum wird dabei errichtet. „In diesem Zuge können wir im Untergeschoss einen öffentlichen Mehrzweckraum für Reichenbach realisieren, den dann unter anderem die örtlichen Vereine nutzen können“, sagt Markus Knoblauch und zeigt damit auch seine Verbundenheit zu den Vereinen.

Ende des Jahres soll zudem die Erweiterung des Kindergartens Lippach starten und sehr positiv sieht er auch den Naturkindergarten „Unterm Blätterdach“ in Westhausen. Aktuell 15 Kinder verbringen hier ihren Tag in der Natur. „Die frische Luft sowie die Bewegung tun den Kleinen sehr gut und die Natur ist für sie jeden Tag ein neues Erlebnis“, sagt er.

Gerade für die Vereine wird in Westhausen auch einiges getan. Kürzlich wurden beispielsweise für rund 400?000 Euro in der Turn- und Festhalle Westhausen Brandschutz-Auflagen umgesetzt und in der Lippacher Halle für 500?000 Euro die Umkleide- und Sanitärbereiche saniert.

Schnelles Internet in Reichweite

Westhausen setzt außerdem auf die Zukunft und treibt den Ausbau des schnellen Internets voran. Eine Breitbandausbaumaßnahme mit einem Volumen von über 500?000 Euro wurde vor kurzem abgeschlossen. Jetzt sollen im Zuge eines weiteren Projekts die letzten „weißen Flecken“ – also die unter 30 Mbit/s versorgten Bereiche – Glasfaserhausanschlüsse erhalten. Knoblauch rechnet mit Baukosten von fast 3 Millionen Euro, wobei er auf Zuschüsse von Bund und Land in Höhe von 90 Prozent hofft. „Somit muss die Gemeinde für diesen Ausbau rund 300?000 Euro schultern“, rechnet er vor. „Eine sehr hohe Nachfrage haben wir nach Bauplätzen“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Im Baugebiet „Am Reichenbach“ gab es über 100 Interessenten auf 35 Bauplätze.

Teilorte entwickeln sich

Die Propsteischule ist ein Erfolgsmodell.

Markus  Knoblauch  Bürgermeister

Auch die Teilorte sollen sich entwickeln können. Im nächsten Jahr soll das Baugebiet „Rinnenbach“ in Lippach um 20 Plätze erweitert werden. In Westerhofen läuft ein Bebauungsplanverfahren für zwölf Bauplätze. Außerdem wird auf die Innenentwicklung ein verstärktes Augenmerk gelegt. So entsteht derzeit in der Ortsmitte ein Neubauprojekt mit 18 Wohneinheiten und gleich nebenan ein weiterer Neubau mit zwölf Wohnungen. Mehr solche Bauprojekte innerhalb des Orts wünscht sich der Bürgermeister, da auch die Nachfrage nach Mietwohnungen sehr groß sei.

Voraussichtlich ab November 2019 wird es in Westhausen einen „Aldi“ sowie mit „dm“ einen Drogeriemarkt geben. „Unsere ansässigen Firmen investieren in den Standort Westhausen“, freut sich Knoblauch. So erweitert derzeit unter anderem die Firma Geo Data GmbH am Standort im Gewerbegebiet „Waage“ und das Unternehmen Schmidt Automotive GmbH in Lippach errichtet am Firmensitz aktuell seine neue Verwaltungszentrale. Dann verrät der Bürgermeister: „Im Frühjahr 2020 wird sich außerdem ein Medizintechnikanbieter in Westhausen niederlassen und voraussichtlich ein großer E-Bike-Shop eröffnen.“

Dem demografischen Wandel trägt Westhausen ebenfalls Rechnung: Mit der Schaffung eines Seniorenzentrums mitten im Ort. 18 barrierefreie, betreute Wohnungen bietet dieses dann. Geplant ist seitens der Stiftung Haus Lindenhof die Erweiterung des Pflegeheims St. Agnes von 36 auf 45 Plätze, wie auch ein Neubau zur Tagespflege mit zehn Plätzen. Für Senioren steht seit März 2019 das Bürgerrufauto „Wim“ zur Verfügung. Seither haben ehrenamtliche Fahrer bereits über 100 Fahrten etwa zu Arztbesuchen oder Einkäufen absolviert. Genutzt wird es von Älteren und von gehandicapten Personen, die auf Spendenbasis „Wim“ im Rathaus anfordern können.

Vorbildfunktion für Klimaschutz

Ein zentrales Thema der Zukunft sieht Markus Knoblauch im Klimaschutz. „Hier soll die Gemeinde Westhausen ihrer Vorbildfunktion gerecht werden“, wünscht er sich. Ein entsprechender Maßnahmenkatalog ist im Rahmen des Westhausener Klimaschutzkonzepts bereits erarbeitet worden. Derzeit läuft ein Zuschussantrag, um in der Gemeindeverwaltung die Stelle eines Klimaschutz- und Energiemanagers zu installieren. Das Ziel soll die Reduzierung des Energieverbrauchs und Minderung des CO2-Ausstoßes in Westhausen sein. Dazu schwebt Knoblauch beispielsweise eine „Solaroffensive“ in der Gemeinde vor.

Feste im kommenden Jahr

Große Ereignisse werfen in Westhausen ihre Schatten voraus: Die Kapfenburgmesse steht am 25. und 26. April 2020 an und vom 16. bis 19. Juli 2020 feiert die Freiwillige Feuerwehr Westhausen ihr 100-Jähriges Jubiläum. Dann wird erstmals in Westhausen das Kreisfeuerwehrfest stattfinden. Im Rahmen des Jubiläums wird die Feuerwehr eine eigene Fahne und ein neues Fahrzeug, einen Gerätewagen Logistik 2, erhalten. „Wir hoffen, dass der GWL 2 rechtzeitig geliefert wird“, sagt das Gemeindeoberhaupt. Das neue Fahrzeug wird rund 250?000 Euro kosten. Im Juni erhielt bereits die Feuerwehrabteilung Lippach ein neues Mittleres Löschfahrzeug für 240?000 Euro.

Man spürt, in Westhausen tut sich einiges. mj

© Schwäbische Post 15.08.2019 13:01
663 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.