Ärger mit der Airline: Neues zu Fluggastrechten

Recht Wann Fluggesellschaften ihren Kunden Entschädigungen zahlen müssen.

Flugreisen Wenn sich ein Flug deutlich verschiebt, können Pauschalurlauber zumindest ein wenig Geld zurückverlangen. Die Verschiebung eines Flugs um bis zu vier Stunden ist nach aktueller Rechtslage zwar hinzunehmen, erklärt die Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 7/2019). Ab der fünften Stunde liegt jedoch ein Reisemangel vor. Gleiches gilt, wenn sich der Abflughafen ändert. Bei einer Flugzeitänderung ist ab Stunde fünf pro angefangener Stunde ein Nachlass von fünf Prozent des Tagesreisepreises angemessen. Bei einer 14-tägigen Reise für 1400 Euro und einer Änderung von zehn Stunden sind das 30 Euro, rechnet die Zeitschrift vor.

In jedem Fall muss der Veranstalter den Urlauber über die Änderung der Flugzeit informieren, etwa per Brief oder E-Mail. Wer später eine Minderung geltend machen will, sollte innerhalb der angegebenen Frist antworten. Betroffene sollten dabei erklären, dass sie an der ursprünglichen Zeit festhalten möchten und sich bei einer Verlegung eine Minderung des Reisepreises vorbehalten, raten die Experten.

Eine Airline muss Reparaturarbeiten an einem beschädigten Flugzeug so schnell wie möglich erledigen lassen, um lange Verspätungen zu vermeiden. Andernfalls steht den Passagieren eine Entschädigung nach EU-Recht zu. Das zeigt ein Fall vor dem Landgericht Frankfurt am Main (Az.: 2-24 S 200/18). In dem Berufungsverfahren ging es um einen Flug von Madeira nach Frankfurt, der mit 27 Stunden Verspätung am Ziel eintraf. Grund war eine Beschädigung des Flugzeugs durch Vogelschlag, sodass die Maschine in Funchal erst noch repariert werden musste. Die Berufung der Fluggesellschaft hatte keinen Erfolg. Der Kläger erhielt 400 Euro Ausgleichszahlung. dpa

© Schwäbische Post 23.08.2019 14:28
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