Druckbranche im Wandel: Online-Anbieter auf dem Vormarsch

  • Klassische Druckereien ohne Online-Geschäft beklagen seit Jahren einen kontinuierlichen Rückgang bei den Umsätzen. Bildquelle: Jana / pixabay.com
  • Eine exakte Farbwiedergabe ist eines der Qualitätskriterien, auf die deutsche Kunden bei Bestellungen in Online-Druckereien Wert legen. Bildquelle: stux / pixabay.com
Die zunehmende Digitalisierung in allen Branchen macht auch vor Druckbetrieben nicht halt. Während die Umsätze der Druckindustrie in Deutschland seit Jahren rückläufig sind und aktuell bei etwa 11 Milliarden Euro liegen, konnten im Gegenzug die Online-Druckanbieter ihre Umsätze nachhaltig steigern. Online-Druckereien liegen somit im Trend - vor allem, wenn sie in Deutschland produzieren und nicht Drucke aus dem Ausland beziehen.

Transformationsprozess der Druckbranche noch in vollem Gange
Die Digitalisierung und Verlagerung etlicher Produktangebote und Dienstleistungen in das Internet macht auch vor der Druckbranche nicht halt. So geht aus den Erhebungen des Bundesverbandes Druck und Medien, die im Juli dieses Jahres veröffentlicht worden sind, hervor, dass die Umsätze der Druckindustrie in Deutschland seit Jahren kontinuierlich rückläufig sind.

Während im vergangenen Jahr ca. 11,45 Milliarden Euro erwirtschaftet werden konnten, lagen die Umsätze vier Jahre zuvor noch bei über 12 Milliarden Euro und anno 2010 sogar noch bei 12,74 Milliarden Euro.

Anders sieht dagegen laut der Erhebung „Leben und Sterben im Online Print“ die Umsatzentwicklung der Online-Druckindustrie aus, die vergleichend im Jahr 2010 nur 1,1 Milliarden Euro umsetzte, bis 2014 mit 2,4 Milliarden Euro den Umsatz allerdings mehr als verdoppeln konnte – Tendenz bis heute steigend.

Trotzdem ist auch bei der wachsenden Zahl der Online-Druckereien nicht alles Gold, was glänzt: Immer mehr Anbieter lassen im Ausland und nur noch wenige Unternehmen wie z.B. die Digitaldruck-Fabrik in Deutschland drucken.

Qualität ist deutschen Kunden immer noch wichtiger als Quantität
Dabei ist gerade die deutsche Fertigung ein Qualitätsmerkmal, auf das etliche Kunden hierzulande nur ungerne verzichten möchten. Zwar können Online-Druckereien, die ihre Erzeugnisse aus dem Ausland beziehen, günstiger einkaufen und somit dem Verbraucher attraktivere Konditionen anbieten – allerdings legt die Mehrheit der Kunden gerade bei qualitätssensiblen Aufträgen Wert auf genaue Arbeit und reproduzierbare Ergebnisse.

Dabei gibt es eine Reihe von Faktoren, die gute Druckerzeugnisse bzw. Anbieter charakterisieren und von schlechten separieren:

  1. Umfangreiches Produktsortiment und Anpassungsoptionen
  2. Exakte Farbwiedergabe und sauberer Druck
  3. Verwendung hochwertiger und langlebiger Materialien
  4. Schnelle Fertigstellung und sichere Zustellung an den Kunden

Hinzu kommt: Ähnlich wie bei Druckanbietern vor Ort wünschen sich deutsche Kunden bei Druckereien im Internet insbesondere für nicht alltägliche Aufträge einen persönlichen und kompetenten Ansprechpartner.

Siegeszug der Online-Druckereien begann mit der Digitalisierung
Retrospektiv betrachtet ist der Siegeszug der Online-Druckereien kein Phänomen, das sich erst in den letzten Jahren entwickelt hat. Vielmehr sind bereits um die Jahrtausendwende die ersten Betriebe dazu übergegangen, den Transformationsprozess vom klassischen Druckbetrieb hin zum konkurrenzfähigen E-Commerce-Unternehmen zu vollziehen.

Während die führenden Online-Druckereien heutzutage Jahresumsätze von mehreren hundert Millionen Euro generieren, mussten einige Unternehmen dem disruptiven Wandel der Branche auch Tribut zollen, denn das Geschäft mit Online-Druckerzeugnissen funktioniert anders, als herkömmliches Offline Marketing.

Das beste Druckerzeugnis ist heutzutage für Kunden im Netz nur noch eine kurze Suchanfrage und einen einzigen Klick entfernt. Folglich setzen sich langfristig meist nur Online-Druckereien durch, die sich mit ihrem Angebot auf den ersten zwei Ergebnisseiten der Suchmaschinen positionieren. Dafür bedarf es neben einer erstklassigen Webpräsenz nicht nur einer ausgeklügelten Marketing-Strategie, sondern auch eines ausreichend großen Werbebudgets.

 

Bildquellen: pixabayJana | pixabay, stux

 

 

© Schwäbische Post 29.08.2019 10:35
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