Lesermeinung

Zum Leserbrief von Christine Fuchs, vom 28. August:

Liebe Christine Fuchs, als langjähriger ehemaliger Arbeitskollege darf ich Sie bestimmt so ansprechen. Über viele Jahre habe ich Ihre Leserbriefe immer gerne gelesen. Doch in den letzten Jahren ist eine populistische, in die rechte Ecke gehende Meinung unverkennbar geworden.

Dass Frau Karrenbauer darüber nachdenkt, Herrn Maaßen aus der CDU zu werfen, ist doch verständlich. Wir alle erinnern uns an Chemnitz im vorigen Jahr. Da haben die rechtsradikalen Kräfte gewütet. Sie verfolgten Andersdenkende, haben sie gejagt und schrien „Heil Hitler“. Der amtierende Verfassungsschutzpräsident aber hat nichts gesehen. Wir alle haben es gesehen und waren erschrocken.

Der Rücktritt von Maaßen war unausweichlich. Herr Maaßen hat auch nicht reagiert, als der Vorsitzende der AfD, Herr Gauland, die Nazidiktatur einen „Fliegenschiss“ genannt hat. 60 Millionen Tote und sechs Millionen fabrikmäßig ermordete Juden sind bei ihm gar nichts.

Im Liederbuch der österreichischen rechten Burschenschaften, Gesinnungsgenossen der AfD, ist ein Lied vorhanden. Da steht, wir haben sechs Millionen Juden umgebracht, wir schaffen auch noch mehr.

Liebe Christine Fuchs, vor einigen Monaten schrieben Sie einen Leserbrief zur Sicherheit im Raum Aalen und Ellwangen. Da schrieben Sie sinngemäß, man könne abends in Aalen und Ellwangen nicht mehr aus dem Hause gehen. Woher hatten Sie diese Informationen? Wenige Tage später war in der SchwäPo zu lesen, alle Straftaten in der Region sind rückläufig, genau so wie in ganz Deutschland.

Auf den Plattformen der AfD wurde dazu geschrieben, Innenminister Seehofer habe bei seinen Dienstantritt angewiesen, Millionen Straftaten zu streichen. Deshalb seien diese rückläufig. Liebe Christine Fuchs. Machen Sie sich nicht zum Handlanger von einer gewissen Ecke. Diese Gesinnung hat Deutschland und die Welt schon einmal in die Katastrophe geführt. Also nicht die Fakten außen vor lassen. Sonst muss ich glauben, Sie halten es mit Trump, der bewusste Lügen als alternative Fakten bezeichnet.

© Schwäbische Post 02.09.2019 20:23
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Kommentare

Karin Hofmann

Hallo Herr Wittek,

es hat mich sehr berührt, wie Sie Menschen (in dem Fall Frau Fuchs), die sich für Gerechtigkeit, ein menschliches Miteinander, zur Verbesserung unserer kleinen, schwäbischen Welt einsetzen, verurteilen. Obwohl Sie sie, wie in Ihrem Leserbrief steht, kennen, immer Respekt vor ihr hatten, hat sich anscheinend in Ihrem Denken/Ihrer Gesinnung etwas geändert. SIE kommen, hilflos, ohnmächtig, mit fadenscheinigen Argumenten mit der Nazi-Keule. Ein "Angreifer", dem nichts anderes übrig bleibt um unsere gute, scheinheilige Welt zu verteidigen. 

Und Sie haben auch schon Statistiken parat, angelesen, nicht hinterfragt, daß die Kriminalität von Asylbewerbern und Migranten gesunken sei. Ja, das macht uns die Statistik von 2018 weis. Nicht erfasst, da sie nicht mehr als "Straftat" gelten sind Diebstähle, kleiner Raub in Tankstellen, Begrabschen, Beleidigungen von Frauen, Hauseinbrüche (da der Täter zwar beschrieben werden kann (dunkelhäutig), aber nicht gefasst wird.  Von der Polizei werden diese "leichten Delikte" auch nicht mehr verfolgt. Es ist eine falsche Statistik. Als Straftat gilt jetzt nur noch: Körperverletzung, Mord, schwerer Raub. Die Zahlen der Flüchtlingskriminalität sind deshalb gefälscht. Eine Frau, übrigens mit Migrationshintergrund, als Polizistin aktiv, war 2015 Tania Kambouri, die damals in allen Medien war. Sie hat, selbst im Dienst, als Polizistin mittendrin, erkannt daß: Richtige Zahlen nicht veröffentlicht werden, weil sie politisch nicht gewollt sind und das BKA beschuldigt Zahlen zu fälschen. Natürlich ist sie gegen diese Macht gescheitert, ein Beweis? Undurchführbar! Führen Sie sich, so Sie Zeit haben und nicht als Nazi-Aufdecker tätig sein wollen das Buch von Frau Kambouri "Deutschland im Blaulicht" zu Gemüte. Dort erfahren Sie alles und können Frau Kambourie, als Ausländerin auch nicht mit der Nazi-Keule kommen. Denken Sie darüber nach ob Sie jetzt, im Alter, eine ehemalige Kollegin, Frau Fuchs, die hinterfragt, die die Wahrheit wissen will, mit einer Nazi-Person vergleichen. Falls Sie Geschichtslehrer waren und deshalb die Hymne einer "österreichischen Bruderschaft" kennen und mit Frau Fuchs in Verbindung bringen ist das, Herr Wittek, unterste Schublade und die letzte Möglichkeit von Hilflosen.

Karin Hofmann