Bundesligachef spricht über die Wachstumsstrategie der Bundesliga

  • Die 1. und 2. Bundesliga sind schon lange Institutionen in Deutschland | Bild: unsplash, Robert Bye

Christian Seifert äußerte sich kürzlich zu den Strategien, die die Bundesliga für Wachstum anwenden will. Letztes Jahr wuchs der Umsatz der deutschen Liga deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft in Deutschland.

Die Bundesliga ist heute viel mehr als eine Fußballliga. Die 1. und 2. Bundesliga sind schon lange Institutionen in Deutschland. Sie erfahren sehr großen Zuschauerzuspruch und es wird täglich über die letzten Geschehnisse in den Medien berichtet. So ist die Bundesliga heute ein riesiges Medienunternehmen, das aktuell versucht, die Tradition des Fußballs mit der Moderne zu verbinden.

In einem kürzlich durchgeführten Telefoninterview äußerte sich der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga Christian Seifert zum aktuellen Stand der Liga. Zudem gab er einen Ausblick auf zukünftige Strategien der Liga. Besonders im internationalen Wettkampf mit den anderen europäischen Ligen muss die Bundesliga neue Wege gehen. Der Zuschauerzuspruch in Deutschland ist ungebrochen, doch in den Wachstumsmärkten in Asien und Afrika, hinkt sie besonders der englischen Premier League weit hinterher.

Seifert zeigte sich aber optimistisch, dass die Bundesliga auf einem guten Weg ist. „Das Wirtschaftswachstum der Liga betrug in den letzten zehn Jahren jeweils um 8 %. Diese Wachstumszahlen seien außergewöhnlich, besonders für eine Liga, die schon seit 1963 besteht.“ Die Ausgaben der Vereine für Neuverpflichtungen, die in der letzten Transferperiode so hoch wie niemals zuvor waren, spiegeln das Wachstum der Liga sehr gut wider.

Für die Bundesliga ist es natürlich sehr gut, dass Borussia Dortmund dieses Jahr die Meisterschaft als Saisonziel ausgegeben hat. Letzte Saison kam der BVB den Bayern schon nahe, musste sich aber am Ende der Saison knapp geschlagen geben. Die Jahre davor hatte der FCB die Liga dominiert und das Meisterschaftsrennen war meist im Winter schon entschieden. Dies hatte natürlich die Attraktivität der Liga für neutrale Zuschauer deutlich geschmälert.

Wie groß die Erwartungshaltung der Fans für diese Saison ist, zeigen die Einschaltquoten für den DFL Supercup, der traditionell die neue Saison einläutet. Etwa 8 Millionen Menschen in Deutschland sahen das Spiel zwischen den FC Bayern München und Borussia Dortmund, was einen Marktanteil von 32,5 % ausmachte. Aber auch der Zuschauerzuspruch für die Vereine, die meist im Mittelfeld der Liga rumdümpeln, ist ungebrochen. So haben 50.000 Fans die erste Trainingseinheit des FC Köln zu einem riesen Fest gemacht. Zudem hat Eintracht Frankfurt es geschafft, alle Tickets für das UEFA Europa League Qualifikationsspiel gegen die Esten FC Flora Tallinn an den Mann zu bringen. Dies ist für ein Spiel gegen einen Verein, der wenig attraktiv ist, eine sehr gute Leistung.

So befindet sich die Bundesliga auf einem sehr guten Weg. Allerdings muss die Bindung zwischen Fans und Vereinen weiter verbessert werden. Besonders das internationale Angebot muss dabei ausgebaut werden, um Fans in den Wachstumsmärkten besser anzusprechen.

Bildquelle: unsplashRobert Bye

© Schwäbische Post 06.09.2019 09:09
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