Aus Liebe zum Essen und Trinken

Lebensmitteltechniker Es geht um den richtigen Geschmack: Fachkräfte prüfen beispielsweise, ob die Temperatur beim Verpacken stimmt.
  • Foto: Nicolas Armer/dpa-mag

Ihre Arbeit beginnt beim Wareneingang. Da wo, große Ladungen der Rohware ankommen – sei es Getreide, Fleisch, Kakao – oder Wannen voll kleiner Gurken. Fachkräfte für Lebensmitteltechnik kümmern sich darum, dass aus diesen Nahrungsmitteln verkaufsfertige Produkte werden.

Bis 1980 hieß der Ausbildungsberuf Obst- und Gemüsekonservierer. Und um konserviertes Gemüse geht es im Berufsalltag von Tina Pabst noch immer. Die 27-Jährige ist Auszubildende beim Feinkosthersteller Kühne im Werk Schweinfurt. In ihrer grünen Arbeitskleidung, die Haare sicher unter einem Netz verstaut, begleitet sie Gemüse von der Rohware bis ins verschraubte Glas.

„Lebensmitteltechniker sind die Herren über die Produkte und Rezepturen in der Nahrungsmittelbranche“, erklärt Stefanie Sabet, Geschäftsführerin bei der Arbeitgebervereinigung Nahrung und Genuss (ANG). Wer die Ausbildung anstrebt, sollte daher „Liebe zum Essen und Trinken“ mitbringen.

Den Prozess kontrollieren

Und natürlich Verantwortungsbewusstsein: Die Fachkräfte kontrollieren den gesamten Prozess der Lebensmittelproduktion, sowie die Einhaltung der Hygienestandards. „In der Industrie gibt es viele Regeln und Strukturen.“ Nicht zuletzt sollte einem der Umgang mit Maschinen und Technik liegen, denn deren Einsatz wird in Zukunft noch zunehmen.

Nachdem die Rohware eingetroffen ist, erfolgt die Qualitätskontrolle. Nach hohen Standards beurteilen die Fachkräfte, was zur Weiterverarbeitung zugelassen wird. „Wir verlesen die Gurken, krumme und stückige werden aussortiert und als geschnittene Ware weiterverarbeitet“, erzählt Horst Hofmann, der bei der Firma Kühne für die Ausbildung zuständig ist.

Die richtigen Parameter

Danach machen die Gurken ihren Weg durch die Produktionslinien. Sie werden gewaschen, vorblanchiert, mit Essig aufgegossen, abgefüllt und eingekocht. Die Fachkräfte für Lebensmitteltechnik achten darauf, dass an allen Maschinen die Parameter und Temperaturen zur Verarbeitung des Lebensmittels richtig eingestellt sind, erklärt Hofmann.

In der Berufsschule lernen die Auszubildenden alles, was sie zu Lebensmitteln wissen müssen. „Es geht zum Beispiel um Vitamine und Enzyme oder Mikrobiologie“, erzählt Tina Pabst. Auf ihrem Stundenplan stehen auch noch Fächer wie „Herstellen von Getränken“, „Reinigung und Desinfektion der Maschinen“ oder „Gewürze, Kräuter und Aromen“.

Die Ausbildungsvergütung liege im ersten Jahr bei durchschnittlich 800 Euro brutto im Monat. Es gebe aber eine große Spannbreite, so Sabet. Die Bundesagentur für Arbeit gibt für Betriebe der Brot- und Backwarenindustrie zum Beispiel monatliche Azubi-Gehälter zwischen 788 Euro im ersten und bis zu 1 100 Euro im dritten Lehrjahr an. dpa

© Schwäbische Post 06.09.2019 16:02
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