Tunnel hat einige Nachteile

Zur Planung des B-29-Ausbaus in Böbingen und der Forderung nach einem Tunnel:

Die Planung des B-29-Ausbaus in Böbingen rückt langsam näher. Lokalpolitiker fordern stur einen teuren Tunnel mitten im Grundwasser, doch ein Tunnel hat gewaltige Nachteile. Die Mehrkosten betragen um die 50 Millionen Euro, aber in Zeiten stagnierenden Wachstums sind die finanziellen Mittel beschränkt. Wenn Böbingen den Tunnel bekommt, können Projekte woanders nicht verwirklicht werden. Solidarität bedeutet, Maß zu halten und auch Geld für Projekte anderswo übrig zu lassen.

Tunnel sind weniger sicher als oberirdische Straßen. Unfälle oder gar Brände in Tunneln sind bei Feuerwehr und Rettungsdienst gefürchtet. Auch beim Thema Umweltschutz schneidet ein Tunnel schlechter ab, denn Bau und Unterhalt sind energieintensiver und teurer als andere Lösungen.

Böbingen würde auch von einer Brücke profitieren. Aktuell kann die B 29 nur an zwei engen Stellen von Fußgängern unterquert werden, eine Brücke ermöglicht zukünftig großzügige Lösungen. Bis jetzt grenzen Häuser ohne jeden Schallschutz an die B 29, bei der Brücke ist hingegen transparenter Schallschutz geplant. Bis der Ausbau der B 29 in über zehn Jahren erfolgt, werden die zukünftigen Pkw übrigens fortschrittlicher als jetzt sein. Abgase spielen dann wahrscheinlich kaum noch eine Rolle, Stichwort Elektromobilität.

© Schwäbische Post 20.09.2019 20:23
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Kommentare

In my humble opinion

Ich gönne den Böbingern den Tunnel, weil mir bei einer Fahrt von Gmünd nach Aalen und zurück egal ist, ob ich durch einen Tunnel, über eine Brücke oder über einen Damm mit Brücke fahre, Hauptsache, keine solche den Verkehr behindernde und Lärm und Abgas erzeugende Schwachsinnskreuzung mit Vollbeampelung und Tempolimit bei einer niveaugleichen Kreuzung einer innerörtlichen Straße mit einer übergeordneten Fernstraße.
Allerdings sollte man sich die Randbedingungen vor Augen führen:
Aktuell führt die B 29 auf einem Damm und auch ebenerdig durch Böbingen und das komplett ohne Lärmschutzmaßnahmen. Damit wird Böbingen jetzt durch die Straße, die Rems und die Bahnlinie geteilt.
Auf dem geplanten Tunnel darf offensichtlich nicht gebaut werden, was dort noch außer Gras und Büschen wachsen darf, weiß ich nicht. Wir reden mal nicht über die Unterhaltskosten eines im Grundwasser liegenden Tunnels und auch nicht über den Verkehr ( wo? ), falls der Tunnel ebenso häufig wie der Gmünder Tunnel 'planmäßig' gesperrt wird, da kann man nur auf eine Doppelröhre hoffen, wo nur eine Röhre blockiert wird.
Ich störe mich auch nicht an der Masche eines Verunsicherungsversuchs, dass im Falle eines teuren Tunnels andern Orts nichts mehr gebaut werden kann - das ist mir, politisch absolut unkorrekt - völlig egal, die Politik schmeißt auch sonst Geld zum Fenster hinaus, soll sie doch da mal sparen.
Mich verblüfft nur eins:
Bei Baukosten von 280.000.000 Euro für den Gmünder Tunnel waren nach Aussage eines im Kreis bekannten Politikers angeblich 4.000.000 Euro ( Mittelwert ), also 1,4%, für den Abluftfilter 'viel zu teuer' - und dazu die Betriebskosten von 200.000 €uro pro Jahr, nein, sowas von Verschwendung aber auch!
Nun aber sind bei geschätzten 80.000.000 Euro für Brücke oder Damm einschließlich Lärmschutz die Mehrkosten von 50.000.000 Euro ( also nach heutiger Schätzung +60% mehr ) nach Aussage desselben Politikers auf einmal 'gar nicht so teuer'.

Wie gesagt, auf welche Weise ich irgendwann mal 'durch' Böbingen fahren werde, ist mir gleich, Hauptsache ohne Behinderung. Aber etwas verwundert bin ich doch.