Kochen Küchenmaschinen besser als Menschen?

  • Die meisten Küchenmaschinen können mittlerweile nicht mehr nur pürieren und häckseln, sondern auch kochen. | Bild: pixabay, NickyPe

Mit ihren vielen Funktionen liegen Küchenmaschinen im Trend. Die meisten Modelle können mittlerweile nicht mehr nur pürieren und häckseln, sondern auch kochen. So braucht es in der Küche im Grunde nicht mehr als diese Maschine. Die Versprechen der Hersteller sind groß. So lassen sich alle Arbeitsschritte mit einer Maschine erledigen. Dazu kommt, dass die Zubereitungsdauer oft wesentlich kürzer ist, sodass sich der Einsatz dieser Maschinen hervorragend mit einem stressigen Alltag verbinden lässt. Doch können die Maschinen wirklich besser kochen als der Mensch?

Eine der bekanntesten Küchenmaschinen der Neuzeit ist der Thermomix. Bekannt ist er aber bei weitem nicht nur für die vielen Funktionen, die im Angebot eingeschlossen sind, sondern auch für seinen Preis, der mit rund 1300 Euro durchaus stolz ist. Dafür hat die Maschine aber einiges im Gepäck.

Thermomix bereitet Getränke und Speisen zu
Die Multifunktionsküchenmaschine wirbt damit, dass sie kalte Getränke ebenso zubereiten kann wie eine warme Speise und damit durchaus ein Allrounder für die Küche ist. Tatsächlich bietet die zum Thermomix gehörende App eine ganze Reihe von kalten und warmen Rezepten. Die Handgriffe, die hier selbst ausgeführt werden müssen, sind gering. Oftmals muss Gemüse nur grob zerkleinert werden. Über ein Display führt die Maschine Schritt für Schritt durch die unterschiedlichen Gerichte, sodass selbst Laien die verschiedensten Geräte sehr einfach zubereiten können.

Neben der Kochfunktion besitzt die Küchenmaschine eine integrierte Waage, sodass auch hier nicht auf ein externes Gerät ausgewichen werden muss. Die Küchenmaschine mahlt, zerkleinert, kocht und püriert. Ist die Maschine fertig, kann das Gericht in der Regel serviert werden. Damit die Maschine allen Zutaten gewachsen ist, besitzt sie im Inneren ein rotierendes Messerset. Der Topf selbst wird immer direkt auf die Motor- und Steuerungseinheit aufgesetzt.

Abschmecken entfällt
Die Thermomix Geräte besitzen laut Hersteller eine Gelinggarantie, vor allem um den Skeptikern den Wind ein wenig aus den Segeln zu nehmen. Tatsächlich kann die Küchenmaschine die Rezepte, die für sie entwickelt wurden, auch gut bewältigen und bringt Gerichte auf den Tisch, die ohne Zweifel schmecken. Es gibt beim Thermomix aber einen entscheidenden Nachteil: Das Abschmecken entfällt. Die Gerichte lassen sich während des Kochvorangs nicht durch die Zugabe von Gewürzen verfeinern. Das sorgt dafür, dass die Rezepte zwar immer wieder gleich schmecken, doch die individuelle Note, die sich viele wünschen, entfällt leider.

Darüber hinaus lassen sich auch andere Vorlieben nicht individuell abstimmen. Wer zum Beispiel größere Gemüsestücke im Eintopf mag, muss dann zum Schluss doch wieder zu Messer und Brett greifen, um selbst zu schneiden. Bei Rohkostsalaten zerkleinern die Küchenmaschinen das Gemüse selbst sehr fein, sodass die reizvolle Optik, die mit einem solchen Gericht einhergeht, leidet.

Neben der fehlenden Individualität ist es sicherlich auch die fehlende Flexibilität bei der Menge, die als Nachteil gewertet werden muss. Die Menge, die sich mit einer Küchenmaschine zubereiten lässt, ist immer begrenzt. Große Familienessen lassen sich damit also nicht zubereiten. Doch auch Speisen für eine Person sind unmöglich, da die Rezepte von der Maschine höchstens halbiert werden.

Bildquelle: pixabayNickyPe

© Schwäbische Post 23.09.2019 10:07
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