Ein Schelm, wer Böses denkt

Zum Leserbrief „Wo waren die Gemeinderäte?“ vom 4. Oktober:

Wo waren die jugendlichen Demonstranten im August? Ach so, da waren Schulferien. Zusammen mit den Eltern waren diese wohl mit dem Auto in Italien, Kroatien oder an der Nord- und Ostsee, viele wohl auch mit dem Flugzeug auf den Balearen, Kanaren, der Türkei oder zum Baden in Ägypten. War jemand der schulschwänzenden Freitagsdemonstranten CO2-freundlich mit dem Fahrrad im Urlaub? Eher nicht. Dafür wird jetzt, nach Schuljahresbeginn, wieder demonstriert, was das Zeug hält. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Engagement für unsere Umwelt sieht anders aus!

© Schwäbische Post 08.10.2019 23:09
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Kommentare

derleguan

Da haben einige Leute wirklich noch nicht kapiert, um was es geht - es geht darum, die Klimaerwärmung aufzuhalten und damit die Lebensgrundlage der Menschen in Zukunft zu erhalten.

Christine Fuchs

Guten Morgen lieber leguan. Sie wiederholen Ihre Kommentare, dass die Leute einfach nichts kapieren. Sie irren, die kapieren mehr als Sie denken. Es ist doch eine Tatsache  dass die Sprösslinge nur während der Unterrichtszeit  demonstrieren. In den Ferien ist alles vergessen - da wird genau das Gegenteil getan. Anschliessend werden wieder die Eltern und Großeltern für den Klimawandel verantwortlich gemacht. Die Politiker sind nicht besser. Zwei haben sich eben erst noch grössere Dienstwagen angeschafft mit einem noch höherem CO2 Ausstoß.  Bekanntlich fängt der Kopf des Fisches zuerst zu stinken an, oder wie sagt der Schwabe so schön - wir werden verarscht.

hannes67

derleguan schrieb am 09.10.2019 um 06:58

Da haben einige Leute wirklich noch nicht kapiert, um was es geht - es geht darum, die Klimaerwärmung aufzuhalten und damit die Lebensgrundlage der Menschen in Zukunft zu erhalten.

Hallo Herr/Frau Leguan!
Selbstverständlich habe auch ich kapiert, um was es geht - wir alle wollen die Welt retten. Ich möchte jetzt gar nicht darauf eingehen, welchen Anteil "wir" zur Weltrettung beitragen können.

Nein, ich möchte nur auf den Inhalt des Leserbriefes eingehen, und hier erwarte ich eigentlich, dass man genau liest und das Geschriebene richtig interpretiert. Demonstration, Engagement, Einsatz für einen guten Zweck ist begrüßenswert - sofern dieser Einsatz ehrlich ist! Wenn aber ein Schar unzufriedener Kinder Regeln brechen und die Nachlässigkeit der Schule ausnutzen und einem fragwürdigen Geschäftsmodell folgen (schon mal überlegt, wie viel die fürsorgenden Eltern einer Greta an deren Auftritten und Aktionen verdienen???), dann sollte dieser Missstand schon angeprangert werden.
Würden die vielen Freitags-für-was-auch-immer-Demonstranten es ehrlich mit der Weltklimarettung meinen, dann würden sich diese Leute JEDEN Freitag dafür einsetzen - vergleichbar den Demonstranten gegen S21, die seit Jahren regelmäßig für ihr Ziel auf die Straße gehen. Aber nur an den Freitagen zu demonstrieren, an denen Schule ist oder es einem gerade in den Kram passt, das geht gar nicht und ist vor allem nicht ehrlich.

Übrigens: Wussten Sie, dass die Anzahl der Flugpassagiere trotz (deutschem) Klimanotstand im letzten Jahr um 5% zugenommen hat? (Rheinische Post, 09.10.19, Luftverkehrsdaten des Statistischen Bundesamts) Vergleicht man April 2018 mit April 2019 sind es fast 10% ... trotz Greta's-Freitags-Bewegung.

Wo sind also die ehrlichen Klimaretter?

derleguan

Das Klima war auch diesen Sommer wieder anhaltend heiß, die Vermutung, dass auch dieses Phänomen mit dem Klimawandel zu tun hat liegt nahe. Wenn man sich vorstellt, dass die Braunkohlebagger weiter auf Hochtouren arbeiten und weiterhin tonnenweise Braunkohle verstromt wird, kann einem ganz übel werden. Gerade nach diesem Sommer und seinen Temperaturen müssten Photovoltaikmodule ausschließlich für die Stromproduktion zuständig sein. An diesen wenigen Tagen, an denen die Sonne nicht scheint und es auch keinen Wind gibt, müssten Gaskraftwerke schnell hochgefahren werden. Deutschland verbrennt laut einer Greenpeace-Studie mehr Braunkohle als jedes andere Land der Welt und heizt dadurch das eh schon heiße Klima weiter an. Das muss ein schnelles Ende haben, Braunkohle darf nicht weiter verstromt werden.  

In my humble opinion

derleguan schrieb am 11.10.2019 um 08:12

... müssten Photovoltaikmodule ausschließlich für die Stromproduktion zuständig sein. An diesen wenigen Tagen, an denen die Sonne nicht scheint und es auch keinen Wind gibt, müssten Gaskraftwerke schnell hochgefahren werden. ... Braunkohle darf nicht weiter verstromt werden.  

Bei der letzten Aussage stimme ich Ihnen zu, anstatt die Kernkraftwerke ohne Nachzudenken aus einem Bauchgefühl ( = Wählerstimmen ) ins Aus zu führen, hätten wir die Kohlekraftwerke auslaufen lassen sollen.

Was hingegen die Photovoltaikmodule und die Gaskraftwerke angeht, so ist die aktuelle Kapazität und die für einen Betrieb unserer Wirtschaft und der Haushalte nötige Kapazität so weit voneinander entfernt wie bei 'kennen' und 'können' oder anders gesagt, wie der Unterschied zwischen Theorie und Praxis.

derleguan

Offiziell ist der Atomausstieg beschlossene Sache. Inoffiziell aber finanzieren, unterstützen und ermöglichen Bundes- und sogar die grün geführte Baden Württembergische Landesregierung Forschungen an und für neue AKW zum Beispiel in Karlsruhe am "Joint Research Center (JRC) dem früheren Kernforschungszentrum. Besonders skandalös, dass es dabei um Reaktoren geht, die mit Thorium betrieben werden sollen. Daraus entsteht im Normalbetrieb das Vorprodukt Protactinium, das mit chemischen Methoden aus der heißen Salzbrühe herausgelöst werden kann und schließlich in reines atomwaffenfähiges Uran-233 zerfällt. Wer das in die Hände bekommt, kann daraus Atombomben bauen.
Die staatliche Unterstützung aus Steuergeldern der Forschung zu neuen Reaktoren, sowohl aus Bund und Land oder EU-Mitteln muss ein Ende haben.

hannes67

derleguan schrieb am 11.10.2019 um 16:08

Offiziell ist der Atomausstieg beschlossene Sache. Inoffiziell aber finanzieren, unterstützen und ermöglichen Bundes- und sogar die grün geführte Baden Württembergische Landesregierung Forschungen an und für neue AKW zum Beispiel in Karlsruhe am "Joint Research Center (JRC) dem früheren Kernforschungszentrum. Besonders skandalös, dass es dabei um Reaktoren geht, die mit Thorium betrieben werden sollen. Daraus entsteht im Normalbetrieb das Vorprodukt Protactinium, das mit chemischen Methoden aus der heißen Salzbrühe herausgelöst werden kann und schließlich in reines atomwaffenfähiges Uran-233 zerfällt. Wer das in die Hände bekommt, kann daraus Atombomben bauen.
Die staatliche Unterstützung aus Steuergeldern der Forschung zu neuen Reaktoren, sowohl aus Bund und Land oder EU-Mitteln muss ein Ende haben.

Werter Herr/Frau Leguan,

wie abstrus ist das denn, was Sie hier präsentieren? Sie werfen mit Unwahrheiten und Unterstellungen um sich, so dass man meinen könnte, der Weltuntergang wird in Kürze von Deutschland aus initiiert.

1) "reines atomwaffenfähiges Uran-233" -> Waffenfähiges Uran ist das Isotop Uran 235.
2) "kann daraus Atomwaffen bauen" -> Wissen Sie, welche Menge an hochangereichertem Uran man für eine Nuklearwaffe benötigt und wie technisch aufwendig es ist, dies herzustellen? Ich wette nicht (85% angereichert im kg-Bereich).
3) "finanzieren ... grün geführte ... für neue AKW" -> Dazu würde ich gerne die Herren Kretschmann, Habeck oder Hofreiter auch eine Frau Bärbock hören.
4) "Joint Research Center (JRC) ... betreibt Reaktoren" -> Puh, ich kann bald nicht mehr. Das JRC (ehemals Institut für Transurane) ist Teil einer Großforschungseinrichtung der EU und in erster Linie für die "Bereitstellung der wissenschaftlichen Grundlagen für den Schutz des europäischen Bürgers vor den mit der Handhabung und Lagerung hochradioaktiver Materialien verbundenen Gefahren" und erforscht technologische und medizinische Anwendungen von Radionukliden/Actinoiden (Wikipedia). Eine weitere Schlüsselrolle liegt in der Studie und Produktion von Radionukliden, die in der Krebsbehandlung verwendet werden (ebenfalls Wikipedia). Wo sind da die "Reaktoren", von denen Sie sprechen? Es gibt Lagerstätten für radioaktives Material - Lagerstätten! Und es gibt Kritik hinsichtlich des Baus eines neuen Lagergebäudes für den eine atomrechtliche Genehmigung erforderlich war/ist. Hier wurde mit betroffenen Bürgern, Gegnern und Betreibern auch eine Meditation durchgeführt, um das Projekt zu erklären und Kompromisse zu erarbeiten.

Ich frage nochmal: Wo sind die Reaktoren?

Mittlerweile habe ich die Quelle gefunden, von der Sie Ihre haltlosen Falschinformationen haben: Die Internetseite des Karlsruher Ortsverbandes des BUNDs - die schreiben genau den Unsinn, den Sie hier als Wahrheiten ins Netz stellen. Sie sollten sich vor Einlassungen dieser Art besser und vor allem breiter informieren, dann kann man Ihre Statements vieleicht auch einmal ernst nehmen.

Viele Grüße!

Übrigens: Was hat das alles mit meiner Kritik an den Freitags-Demonstrationen zu tun?

Philipp Scherer

hannes67 schrieb am 09.10.2019 um 17:15[...]

Übrigens: Wussten Sie, dass die Anzahl der Flugpassagiere trotz (deutschem) Klimanotstand im letzten Jahr um 5% zugenommen hat? (Rheinische Post, 09.10.19, Luftverkehrsdaten des Statistischen Bundesamts) Vergleicht man April 2018 mit April 2019 sind es fast 10% ... trotz Greta's-Freitags-Bewegung.

Wo sind also die ehrlichen Klimaretter?

Merkwürdig, laut Aussagen der Lufthansa und der Deutschen Bahn sinken die Fluggastzahlen jährlich seit 2014 um circa 1,2%. Mir fällt dazu nur ein: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst erstellt hast.