Das Bürgermeisteramt als Spiel

  • Die niederländische "Burgermeesters-App" berät Stadtoberhäupter in Zweifelsfragen wie etwa, was bei einem Deichbruch zu tun ist. Foto: Screenshot/NBR
Ganz objektiv betrachtet sprechen die Niederländer die beste Sprache der Welt und spielen den schlechtesten Fußball. Zwischen diesen Extremen oszillierend, knobeln sie mitunter einfach großartige Ideen aus. Frietjes Speciaal zum Beispiel, also Pommes mit Mayo, Curry-Ketchup und gehackten Zwiebeln, sind oberste Klasse der internationalen Cuisine. Die neueste Errungenschaft aus dem Land der Klompen (Holzschuhe) und Dijken (Deiche) ist die „BurgemeestersApp“: ein Programm für Bürgermeister und jene, die Bürgermeister spielen wollen. Man muss allerlei Krisen und Gefahren überstehen – was etwa tun, wenn der pindakaas (Erdnussbutter) im Rathaus ausgeht oder ein Walvis (Wal) am Strand rumliegt? (Zumindest ein Beispiel davon stimmt.)

Keine Frage, was der Holländer kann, kann der Schwabe auch. Her mit der „SchultesAPP“ für den Südwesten. Die Spieler müssen auf ihrem Klugtelefon brisante Fragen lösen, und der Beste kriegt eine bürgermeisterlose Gemeinde: Was tun, wenn die Uni-Mensa den Bratensoßen-Nachschlag abschafft? Wie reagieren, wenn mein Gemeinderat ein Bienenbegehren unterstützen will? Wie beruhige ich den Älbler, dem seine Linsen veressigt sind? Was tun, wenn Rentner für einen Kopfbahnhof demonstrieren? Welche Tiere muss ich aussetzen, um den Bau eines Windrads zu verhindern? Es kann so einfach sein. Guido Bohsem, Matthias Stelzer
© Südwest Presse 09.10.2019 07:45
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