Land am Rand

Krieg der Krebse

Gute Nachrichten für den Steinkrebs: Die kleinste der einheimischen Krebsarten kann gegen den bösen Signalkrebs geschützt werden. Und zwar mit Krebssperren. Das sind keine Mauern in Bächen und Flüssen, sondern Rohrdurchlässe, die raffiniert modifiziert werden: Die Rohre werden mit glatten Edelstahlblechen ausgekleidet, auf denen selbst der aggressive und viel größere Signalkrebs ins Rutschen kommt und eben nicht mehr weiter. Vorbei ist es mit der Ausbreitung.

Im Oberlauf der Bottwar im Kreis Ludwigsburg werden solche Sperren seit 2014 ausprobiert. Der Landesfischereiverband und die Fischereibehörde des Stuttgarter Regierungspräsidiums haben die Wirksamkeit dieser Sperren erforschen lassen – und dazu jetzt eine Broschüre veröffentlicht.

Der von Menschen eingeschleppte Signalkrebs aus Nordamerika verbreitet die tödliche Krebspest. Er ist wanderlustiger als seine Verwandtschaft und dringt in die Oberläufe der Gewässer vor, die ein Refugium der Steinkrebse sind. Weil die Bestände des Austropotamobius torrentium schon durch schrumpfende Lebensräume und Gewässerverschmutzung arg dezimiert worden sind, braucht der heimische Krebs dringend Hilfe – wie die anderen heimischen Arten auch, Edelkrebs und Dohlenkrebs. Also her mit mehr Sperren in den Bächen überall da, wo sich der Eindringling noch nicht breit gemacht hat – und Daumendrücken, dass die Signalkrebse nicht irgendwann lernen, über glattes Stahlblech zu klettern. Alfred Wiedemann
© Südwest Presse 09.10.2019 07:45
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