Die Digitalisierung in der Stahlbranche

  • Bild: unsplash, Lance Anderson

Der digitale Wandel schreitet auch im stahlproduzierenden Gewerbe immer weiter voran. Eine absolute Schlüsselrolle nehmen dabei besonders leistungsfähige digitale Lösungen ein, die den Weg zur besonders kunden- und branchenorientierten „Industrie 4.0“ ebnen können. Wir werfen deshalb für Sie einmal einen Blick auf die schon heute verfügbaren Digitalisierungskonzepte, die den Stahlhandel von morgen bereits jetzt zukunftsweisend voran bringen.

Digitale Systeme mit Mehrwert
Im traditionsreichen Stahl- und Metallhandel war und ist die enge persönliche und kompetente Kooperation zwischen Stahllieferanten und Kunden ein unverzichtbarer Teil der erfolgreichen Zusammenarbeit. Insbesondere in allen Fragen der Anarbeitung und der gemeinsamen branchenspezifischen Abstimmung aller spezialisierten Vorprodukte, Fertigteile und Baugruppen macht exzellentes Know-how den entscheidenden Unterschied. Neue leistungsfähige digitale Systeme sorgen hier für die umfassende Optimierung und Beschleunigung der digitalen Liefer- und Leistungskette.

Stahlverkauf online und offline
Wie effizient das funktionieren kann, zeigt das Beispiel von Klöckner & Co Deutschland. Als Vorreiter der digitalen Transformation in der Stahlbranche setzt man dort u.a. auf weitreichende Möglichkeiten des Online-Stahlhandels – mit der Option des einfachen Stahlverkaufs online und offline. Von Stahlblechen über Blankstahl und Qualitätsstahl oder Edelstahl bis zu Aluminium So kann das geeignete Stahlprodukt präzise ausgewählt und unnötige Aufwände bereits während des Stahleinkaufs minimiert werden. Hinzu kommt die Möglichkeit des schnellen komfortablen Online-Zugriffs des Kunden auf seine individuellen Preise und Dokumente. Ein wichtiger Schritt, um die bekannten Vorteile eines Onlineshops mit den vielfältigen Produkt- und Leistungsanforderungen der weltweiten Stahlkunden zu verbinden.

Digitale Transformation mit Zukunft
Die digitale Vernetzung zeigt Stahllieferanten und ihren Abnehmern gleichermaßen ebenso neue Wege auf, um die individuelle Wettbewerbsfähigkeit im Kampf um wichtige Marktanteile gezielt zu steigern. Stetige digitale Innovation, das richtige Lieferantenmanagement und fortschrittliche Kooperation gewährleisten dabei zudem eine weiter steigende Produktqualität – und ermöglichen es den Stahllieferanten schon im Forschungs-, Entwicklungs- und Konstruktionsablauf der Stahlprodukte wichtige Innovationsimpulse zu setzen.

Stahlhandel als Innovationsmotor
In vielen Unternehmen der Stahlbranche ist die digitale Transformation zweifellos ein wichtiges Thema: Es herrscht jedoch ebenso weitgehend Einigkeit darüber, dass der avisierte hohe Digitalisierungsgrad der deutschen Stahlunternehmen in vielen Fällen noch nicht annähernd erreicht ist. Dennoch: die Investitionen in die dringend notwendige Digitalisierung steigen kontinuierlich an und machen – insbesondere bei großen Stahlunternehmen – einen stetig wachsenden Anteil am jährlichen Gesamtumsatz aus. Das Ziel ist dabei klar: der Stahlhandel muss als „Innovationsmotor“ künftig noch nachhaltiger als bisher digital voran gehen. Das gilt insbesondere auch in Hinblick auf die künftig noch engere (digitale) Verflechtung der Stahllieferanten mit den wichtigen Schlüsselbranchen des Maschinen- und Anlagenbaus, des Bausektors, der Elektrotechnik oder der Automobilindustrie etc.

Schnelle Just-in-time-Lieferungen
Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen profitieren im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung von den noch präziser planbaren Just-in-time-Lieferungen renommierter und branchenerfahrener Stahlhändler. Diese liefern nicht nur „online“ Stähle unterschiedlichster Güten, sondern sorgen dafür, dass die Lagerbestände der belieferten Firmen auf ein absolutes Mindestmaß reduziert werden können. Das bindet bedeutend weniger Kapital zur Vorratshaltung, sichert die Liquidität und macht andere wichtige strategische Investitionsentscheidungen noch einfacher als bisher.

Bildquelle: unsplashLance Anderson

© Schwäbische Post 09.10.2019 09:20
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