Lesermeinung

Für mehr Hilfe zur Selbsthilfe

Zum Thema Erblasten und Afrika:

Vermutlich gab es keine Generation, die nicht auch Erblasten hinterließ. Wir machen da am wenigsten eine Ausnahme. Atommüll, Müll im Meer und im Weltall. Verseuchte Böden, Minenfelder, militärisches Übungsgelände, Luftverschmutzung steigende Meeresspiegel, Feindbilder und zerstörende Denkmuster wie: freie Fahrt für freie Bürger. In verständlicher Sprache ausgedrückt. Den Rausch der Geschwindigkeit ausleben, sind einige unserer Hinterlassenschaften. Waren unsere Vorfahren besser? Der Schauspieler Böhm, der in Ostafrika ein Hilfswerk aufgebaut hat, sagte: Seit die Europäer in Afrika sind, seit 500 Jahren, haben sie die Leute dort ausgenutzt. Bildung hielt man für unnötig, denn man braucht die Menschen annähernd jeden Alters als billige Arbeitskräfte in Plantagen, Bergwerken usw.. Das brachte auch Wohlstand nach Europa und in andere Teile der Erde. Doch auch manche Kriege, Schlachten und Gemetzel hier, von denen die Geschichtsbücher voll sind, hätte man sonst kaum finanzieren können. Doch Millionen Flüchtlinge hier aufnehmen, ist nicht die Lösung. Aber dort Schulen bauen und Werkstätten. Also Hilfe zur Selbsthilfe nicht als Almosen, sondern als Rückerstattung für 500 Jahre Schmarotzertum. Hilfe, die als Endprodukt nicht mehr Menschen bedeutet, sondern höheren Lebensstandard ermöglicht.

© Schwäbische Post 09.10.2019 18:21
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