American Football

Gelingt der Coup im German Bowl?

Die Schwäbisch Hall Unicorns und die New Yorker Lions Braunschweig spielen am Samstag um die deutsche Meisterschaft.
  • American Football German Bowl 2017 Schwäbisch Hall Unicorns - Braunschweig Lions 14:13 Foto: Manfred Löffler
  • Jubel beim Touchdown: Halls Quarterback Jadrian Clark. Foto: Manfred Löffler
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Die Bilanzen sind makellos: Braunschweig hat in der regulären Saison der GFL Nord alle 14 Begegnungen gewonnen. Das gleiche gilt für Schwäbisch Hall in der Süd-Division. Auch in den Playoffs setzten sich die Siegesserien fort. Eine von beiden Mannschaften wird die Saison 2019 ohne Niederlage beenden. Der Kickoff für den German Bowl, also das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft, ist am Samstag um 18 Uhr in der Frankfurter Commerzbank-Arena.

Die Siegesstatistiken können ein Beweis dafür sein, dass die „richtigen“ Teams den German Bowl erreicht haben. Zum fünften Mal seit 2014 treffen Hall und Braunschweig im Endspiel aufeinander. Braunschweig gewann dreimal (2014 bis 2016), die Haller einmal (2017). „Es sind die beiden besten Teams Deutschlands, wenn nicht Europas“, meint Braunschweigs Headcoach Troy Tomlin. Seit seinem Amtsantritt 2013 haben die Braunschweiger vor allem eines: Erfolg.

Unicorns leicht favorisiert

Die Unicorns aus Schwäbisch Hall sind das Siegen ebenfalls gewohnt. Mittlerweile sind sie seit 50 Spielen ohne Niederlage. Mit dem 51. Erfolg könnte Hall die dritte perfekte Saison in Folge spielen. Doch von Statistik – zumindest in diesem Bereich – hält Headcoach Jordan Neuman wenig. Die 50 sei zwar schön, aber im Grunde nur eine Zahl. „Wichtig ist, dass wir das nächste Spiel gewinnen.“

Und in diesem gelten die Unicorns erstmals als leicht favorisiert. Das liegt nicht nur daran, dass sie der amtierende Deutsche Meister sind. Denn während bei Hall nahezu alle Spieler dabei sein können, sieht das bei den Braunschweigern anders aus. Quarterback Brandon Connette verletzte sich im Halbfinale. Ob er spielen kann, ist laut Aussage der Lions ungewiss. „Das müssen Sie die Ärzte fragen“, meint Troy Tomlin. Ein bisschen Taktik mag bei dieser Aussage mit hineinspielen. Der Gegner muss ja nicht wissen, wer auflaufen wird. Denn neben Connette sind noch vier weitere wichtige Spieler mindestens angeschlagen. Jordan Neuman: „Wir bereiten uns so vor, als ob alle spielen können.“

Während Braunschweig das Laufspiel nicht nur wegen des überragenden Runningbacks Christopher McClendon stark bevorzugt, spielen die Haller wesentlich mehr Pässe. Quarterback ist Jadrian Clark, der im vergangenen Jahr noch für Braunschweig auflief und mit den Lions in einem dramatischen Halbfinale gegen Frankfurt Universe verlor. Nun steht der US-Amerikaner, der auch einen irischen Pass hat, erstmals in einem German Bowl.

Vieles deutet auf ein weiteres enges Spiel hin. Die Braunschweiger müssen die Pässe auf das formidable US-Duo Tyler Rutenbeck und Nate Robitaille unterbinden, um erfolgreich zu sein. Umgekehrt muss die Haller Defense das Laufspiel der Lions verteidigen.

Selbst Frankfurt scheiterte

Das Problem für beide Teams: An diesen Aufgaben scheiterten bisher sämtliche Gegner. Frankfurt, statistisch die beste Lauf-Verteidigung der GFL, konnte im Halbfinale das Vorrücken der Braunschweiger nur selten stoppen. Und Robitaille und Rutenbeck entwischten im anderen Halbfinale immer wieder den Dresdner Gegenspielern. Wer diese Herausforderungen besser löst, wird wohl am Spielende feiern dürfen.
© Südwest Presse 10.10.2019 07:45
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