Sechser im Lotto - wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit der finanziellen Unabhängigkeit?

  • Seit 2012 spielt ganz Europa um immense Geldbeträge, der höchste deutsche Lottogewinn lag bei etwa 86 Millionen Euro. | Bild: pixabay, Hermann

Seit 1953 spielen die Deutschen bereits Lotto. Jeden Mittwoch und Samstag zieht es deutsche Lottospieler vor die Fernsehgeräte, um erwartungsvoll die Ziehung der Lottozahlen zu beobachten. Jeder träumt von der heiß begehrten Millionen und der absoluten finanziellen Unabhängigkeit. Das wirft natürlich die Frage auf, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, den begehrten Jackpot im Lotto zu knacken.

Die Verbildlichung der Wahrscheinlichkeit anhand eines Beispiels
Zu Beginn ein Beispiel zur Veranschaulichung. Die Wahrscheinlichkeit einen Schein mit sechs Richtigen und der passenden Superzahl zu tippen liegt bei 1:140 Millionen. Würde man entsprechend viele ein Euro Münzen entlang einer Autobahnstrecke ablegen, wäre dies eine Strecke von 3200 Kilometern. Nur eins der 1-Euro Stücke ist die Gewinnermünze. Wenn ein Autofahrer die Strecke abfahren und an einem beliebigen Punkt anhalten würde und die dort befindliche Münze aufhebt, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er die Gewinnermünze erwischt genauso hoch wie ein Sechser im Lotto.

Eurojackpot - höhere Chancen und größere Gewinne
Anders als beim Lotto am Samstag, startet der Eurojackpot mit 10 Millionen Euro und geht nicht selten hoch bis auf sein Maximum von 90 Millionen Euro. Seit 2012 spielt ganz Europa um immense Geldbeträge, der höchste deutsche Lottogewinn lag bei etwa 86 Millionen Euro. Die Wahrscheinlichkeit den Jackpot zu knacken sind, anders als fälschlicherweise angenommen, deutlich höher als beim herkömmlichen 6aus49. Sie liegt bei 1:95 Millionen, mit 5 Zahlen und 2 Superzahlen, dies bedeutet es gibt über 95 Millionen verschiedene Möglichkeiten sein Kreuz zu setzen.

Genauere Betrachtung der Wahrscheinlichkeiten
Bei 6aus49 liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit des Jackpots also bei ca. 1:140 Millionen, als ausgeschriebene Prozentzahl sind es 0,00000072 %. Beim Eurojackpot ist die ausgeschriebene Prozentzahl 0,0000015 %.

Gewinnwahrscheinlichkeit in den unteren Gewinnklassen
Bei 6aus49 gewinnt man mit zwei richtigen und einer Superzahl mit der niedrigsten Gewinnklasse. Der Gewinnbetrag in der 9. und letzten Gewinnstufe beträgt immer 5 Euro. Das macht eine Gewinnwahrscheinlichkeit von 1:76 und wird damit logischerweise am häufigsten gewonnen. Der theoretische Geldgewinn verdoppelt sich in der nächsten Gewinnstufe und in der darauffolgenden Stufe verdoppelt sich der Gewinn abermals auf 20-30 Euro. Das skurrile ist, dass die Wahrscheinlichkeit in der 8. Gewinnstufe höher ist als in der 9. Stufe. In der untersten Stufe beträgt die Wahrscheinlichkeit 1,31 % während sie in der nächsthöheren Stufe 1,51 % beträgt, obwohl sich der Gewinn verdoppelt.

Die Wahrscheinlichkeit auf Hauptgewinn erhöhen
Nicht selten versuchen Spieler Rückschlüsse aus vergangenen Lottospielen zu ziehen. Aus den in der Vergangenheit gezogenen Zahlen versuchen viele Menschen, eine Verbindung zu den aktuellen Lottozahlen herzustellen. Statistiken zeigen, dass beispielsweise die Zahl 13 am seltensten gezogen wurde. Diese Strategie ist jedoch reiner Irrglaube. Eine mathematische Wahrscheinlichkeit lässt sich nicht voraussagen und vor allem lassen sich aus vergangenen Ziehungen keine Rückschlüsse auf die Gegenwart ziehen, da jede Ziehung dem reinen Zufall überlassen ist.

Bildquelle: pixabayHermann

© Schwäbische Post 14.10.2019 09:17
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