Leserbeitrag von Stefan Weber

Soziale Medien bedrohen die Demokratie - Beitrag: Landes köpfe / Abschied von Facebook und Twitter

Der Landesbeauftragte gegen Antisemitismue in Baden-Württemberg, Michael Blume, ist aus den sozialen Medien facebook, twitter ind instagram ausgestiegen. Er begründet dies damit, dass besagte Medien eine Bedrohung für die Demokratie darstellen und stellt Zusammenhänge her zwischen dem Wahlverhalten junger Wähler in Thüringen, wo die rechtsextreme AfD deutliche Zuwächse erzielte, und den schädlichen Folgen von facebook und Co. 

Das Geschäftsmodell von facebook ist darauf ausgelegt, durch reißerische, zugespitzte und polemische Beiträge möglichst viele Leserbeiträge und damit auch Webeeinnahmen zu generieren. Dabei schreckt der Gründer von facebook, Mark Zuckerburg, auch nichr davor zurück, dem rechtsetremen Breitbart-Portal eine Nachrichtenplattform zu bieten. Breitbart stammt aus den USA und macht dadurch aufmerksam, dass es seit längerem gegen Schwarze, Muslime, Latinos und Migranten hetzt und somit mitverantwortlich ist, den Zusammenhalt der US-Gesellschaft zu gefährden, zu radikalisieren und zu spalten. 

Dass diese Art von Nachrichten und deren Inhalte nun auch seit geraumer Zeit Deutschland erreicht haben und deren Bedrohungen und Beschimpfungen nun auch Michael Blume zu seinen beschriebenen Konsequenzen zwingen, ist äußerst bedenklich. Diese Form von Nachrichten drängen seriösen Journalismus immer weiter in den Hintergrund und stellen damit Grundpfeiler unserer demokratischen Kultur in Frage, mit dramatischen Folgen.

Der Fluch von facebook überragt bei weitem den zweifelhaften Segen von geposteten Banalitäten mit unzähligen friends, likes und followern. Und wer es wirklich Ernst nimmt, wenn Donald Trump mal wieder twittert, er habe die Welt gerettet, dem ist ohnehin nicht mehr zu helfen, von facebook schon gar nicht. 

Stefan Weber, Aalen

© Stefan Weber 31.10.2019 11:28
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Kommentare

Saitenschuft

Ich kann das eh nicht begreifen, wie die Politiker neben ihrer bestens bezahlten Arbeitszeit noch Zeit finden den ständigen Mist auf Twitter zu lesen bzw. zu kommentieren.

Wenn die nah an ihren Wähler bzw. Bürgern sein wollen, sollen sie Sprechstunden einrichten.

Die sollen das twittern den Vollidioten überlassen und sich ruhig zurückziehen. Das gräbt den Trollen das Wasser ab und verdirbt den Spass. 

Mich nervt es ohnehin, dass man kaum noch am sozialen Leben teilhaben kann, wenn man nicht auf Twitter oder Facebook ist.

Gerta Rücker

Mich belustigt es ein bisschen, welcher gewaltige Wind immer entsteht, wenn sich jemand von Facebook, Twitter oder Instagram verabschiedet. Es gibt aber auch eine Menge Leute, die dort, sei es aus Trägheit oder ganz bewusst, nie gewesen sind und sich also gar nicht abmelden könnten. Von denen redet kein Mensch.

Saitenschuft

Gerta Rücker schrieb am 07.11.2019 um 11:09

Es gibt aber auch eine Menge Leute, die dort, sei es aus Trägheit oder ganz bewusst, nie gewesen sind und sich also gar nicht abmelden könnten. Von denen redet kein Mensch.

Bei mir ist es jedenfalls ganz bewußt. Facebook und Twitter sind die größten Zeitvernichtungsmaschinen und total überbewertet. Wo führt das hin, wenn Politiker meinen, man könne sein Land per Twitter regieren.