Lesermeinung

Lärmaktionsplan für Bopfingen

Zu „Neuer Blitzer in Aufhausen sorgt für Ärger“, SP, 31. Oktober.

Die Zahl 3 000 000 Autos von Ortsvorsteher Helmut Stuber lässt aufhorchen und soll die Bürger und Bürgerinnen wohl erschrecken. Rechnet man aber die Zahlen auf die tägliche Fahrzeugzahl um, kommt man auf unter 8000 Fahrzeuge täglich. Das sind deutlich weniger als bei der letzten Messung vor zwei Jahren. Da wurden täglich 10 026 Fahrzeuge gezählt. Herr Stuber sollte wissen, dass diese Zahlen durch eine Umgehung nicht wesentlich weniger werden. Ein Großteil der Fahrzeugbewegungen ergeben sich aus Ziel-, Quell- und Binnenverkehr, die auch bei einer Umgehung weiter durch Aufhausen fahren werden.

Oder will er, dass große Firmen wie ein holzverarbeitender Betrieb, ein Klebstoffhersteller oder ein Autozulieferer nicht mehr schnell beliefert werden?

Lkw- und Pkw-Fahrer werden immer den kürzesten und schnellsten Weg wählen, außer man baut die Aufhausener Steige komplett nach dem Bau der Umgehung zurück.

Vielleicht sollten einmal die Ortschaftsräte in Trochtelfingen und Aufhausen die Stadtverwaltung auffordern, schnellstmöglich einen Lärmaktionsplan in Auftrag zu geben und diesen dann auch umgehend umzusetzen. Darin könnten die Ortschaftsräte mit den Umweltschutzverbänden eine durchgehende 30-km-Zone an der B 29 Tag und Nacht fordern. Diese Maßnahme wäre schnell und einfach umzusetzen zum Wohl der Bevölkerung, statt weiter auf eine Umgehung zu warten.

Auch im Zuge der Klimakrise ist eine Verlangsamung des Verkehrs sinnvoller als jede Umgehungsstraße. Zudem würde der Artenschutz den Politikern danken. Denn die Umgehungsstraße mit einem Flächen- und Waldverbrauch von über 80 Hektar stellt einen großen Eingriff dar. Ganz zu schweigen von den bäuerlichen Anbauflächen die unseren Landwirten durch die Umgehungsstraße und den einzurichtenden Ausgleichsflächen dafür verloren gehen und zur Nahrungsproduktion nicht mehr zur Verfügung stehen.

© Schwäbische Post 06.11.2019 20:44
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Kommentare

hannes67

Herzlichen Glückwunsch zu diesen offenen und klarstellenden Worten.

Endlich eine sachkundige Meinung, die dem fortwährend mit nicht nachvollziehbaren und verdrehten "Wahrheiten" polarisierenden Aufhausener Ortsvorsteher, den Spiegel vor Augen hält.

Es ist sicherlich richtig, dass Aufhausen unter einer B29 zu leiden hat, aber immer und immer wieder eine Umgehung des Ortes über naturbelassene Landschaften zu lasten anderer zu fordern, ist ein Musterbeispiel für das Sankt Florians Prinzip - Hauptsache ich habe meine Ruhe, wie es anderen geht, kann mir gleichgültig sein.

Dass zusätzlich noch 80 Hektar an Land unwiederbringlich zugeteert werden, scheint die Aufhausener Spitze nicht zu interessieren. Dieses Verhalten ist in einer Zeit, in der Woche für Woche Kinder auf die Straße gehen und für den Erhalt unserer Umwelt und Natur demonstrieren, in einer Zeit, in der die Gesellschaft tagtäglich vor Augen geführt bekommt, wie unsere Welt belastet wird, völlig fehl am Platze.

Herr Stuber, wachen Sie auf - Ihre Art der Politik wird von unserer Jugend, wie auch von den Menschen, die von Ihren Vorschlägen betroffen sind, abgelehnt. Da hilft es auch nichts, wenn Sie wieder und wieder laut schreien.