Lesermeinung

Zum Bericht „Über Rommel heiß diskutiert“ vom 8. November:

Es ist schon erstaunlich, wie leicht die Intention einer Frage durch Weglassen verfälscht werden kann. Meine ursprüngliche Frage an die Referenten lautete: „Könnten Sie sich vorstellen, aufgrund Ihres historischen Wissens und Ihrer jahrelangen wissenschaftlichen Beschäftigung mit der Person Erwin Rommel in einer nach ihm benannten Straße zu wohnen, wollten Sie das?“ Nach den sehr guten Vorträgen und der anschließenden sehr intensiven Diskussion bin ich der Meinung, dass dieser Name beibehalten werden sollte. Vielleicht brauchen wir auch Straßennamen mit Personen, deren Stellung im Zweiten Weltkrieg sehr ambivalent war, um die Diskussion über diese Zeit aufrecht zu erhalten. So wie es an diesem Abend war.

Es ist jedoch für mich nach den Vorträgen unbedingt erforderlich, auch die geschichtlichen Hintergründe und wissenschaftlichen Erkenntnisse zu diesen Personen darzustellen. Ich weiß nicht, was eine Umbenennung der Straße die Stadt kosten würde? Aber wäre es nicht sinnvoller, dieses Geld in Geschichte zu investieren? Vielleicht, zeitgemäß, in eine App zu dem Straßennamen Erwin Rommel, deren Link am Straßenrand angebracht wird.

Anwohnerin der Erwin-Rommel-Straße

© Schwäbische Post 10.11.2019 20:15
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Kommentare

Frieder Kohler

"Die Frage nach der Einstellung Rommels zur nationalsozialistischen Ideologie ist schwer zu beantworten und droht von der Darstellung seiner militärischen Karriere und des mit ihm verbundenen Mythos verdeckt zu werden. Zwar war Rommel nie Mitglied der NSDAP, er akzeptierte aber widerspruchslos die Etablierung des nationalsozialistischen Systems und machte in der Wehrmacht Karriere.[35]" aus https://de.wikipedia.org/wiki/Erwin_Rommel  - alles gelesen und nicht nur Historiker bekannt?

Im übrigen trafen die Siegermächte im zerstörten Deutschen Reich nur wenige Nazis an - Männer und Frauen der 1. Stunden mit Hitler bekamen ihre "Persilscheine" und wurden dringend benötigt, die Bundesrepublik aufzubauen...