Lesermeinung

Zur Diskussion über die Straßenbeschilderung nach Rommel:

(…) Erwin Rommel vereinfacht in die Schublade eines Nazis zu stecken, ist historisch besehen unredlich, weil es im Kaiserreich noch keinen Nationalsozialismus gab. In der Weimarer Republik ebenso. Als Führer des Begleitkommandos hatte er sich sogar schärfstens mit Bormann angelegt, was ihm dieser nie vergaß (siehe Suizidplan)!

Die Triade „Täter-Helfer-Trittbrettfahrer“ greift dreifach zu kurz (im Kaiserreich, der Weimarer Republik ohnehin und „Trittbrettfahrer“ konnte er als hauptverantwortlicher Kommandeur in den drei genannten Phasen ohnehin nicht bleiben!) Diese Kurzplakation steht eher militärhistorischen Säuglingen zu!

Meine Charakterisierung würde ihn eher als einen Nursoldaten, fast ein politisches Neutrum sehen. Hinzu kommt die liberale Erziehung seines Sohnes Manfred, des brillanten späteren Oberbürgermeisters.

Um allen Bedenkenträgern gerecht zu werden, würde doch die Namenstaufe Rommel-Straße genügen. Damit könnte sich jeder Interessierte für einen der beiden entscheiden: Den Soldaten oder den Politiker!

© Schwäbische Post 13.11.2019 21:05
523 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben

Kommentare

Frieder Kohler

"Meine Charakterisierung würde ihn eher als einen Nursoldaten, fast ein politisches Neutrum sehen. Hinzu kommt die liberale Erziehung seines Sohnes Manfred, des brillanten späteren Oberbürgermeisters" -

aus welcher Buchhandlung beziehen Sie denn Ihre (Fach-)Literatur? Ich kaufe auch gerne ein in einem "Tante-Emma-Laden" (früher Krämerladen), aber zum Thema "Anmerkungen über Hitler" , das 3. Reich, zu Oberst Rommel und Generaloberst Beck müssen Sie einen anderen Studienplatz bemühen oder die Suchmaschienen anwerfen...