Existenzen zerstört

Zur Situation bei Bosch AS

Die Situation, wie sie sich gerade bei Bosch AS abspielt, ist ein trauriger Beweis wie in unserem Land zurzeit mit Menschen umgegangen wird. Bosch suggeriert eine angebliche Krise, um die angestammten Arbeitsplätze in billigere Produktionsstätten auszulagern und so die Ausbeutung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern weiter voranzutreiben. Es werden hier in Schwäbisch Gmünd insgesamt fast 2000 Existenzen zerstört, nur um Gewinn- und Renditeprognosen einzuhalten. Was oft dabei vergessen wird, es sind nicht nur fast 2000 Entlassungen, es sind auch Familien die an diesen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hängen, Familien die bewusst für eine unersättliche Gewinngier zerstört werden. In solchen Tagen muss Schwäbisch Gmünd zusammenhalten und jede Partei muss sich geschlossen hinter die Beschäftigten stellen, um diese Arbeitsplätze zu erhalten.
Umso bedenklicher finde ich es, dass bei der von der IG Metall am 8. November organisierten Kundgebung kein Vertreter der sogenannten „bürgerlichen“ Parteien anwesend war, um die Solidarität mit den Beschäftigten zu zeigen. Solidarität besteht nicht nur aus Reden und Bekundungen, Solidarität besteht auch aus konkreten Aktionen, Solidarität besteht darin gemeinsam mit den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auf der Straße für ihre Existenz zu kämpfen!

© Schwäbische Post 18.11.2019 21:25
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Kommentare

derleguan

Wenn der (Turbo-)Kapitalismus den Menschen beherrscht, kommt heraus, was mit der Welt gerade passiert. Denn der Kapitalismus braucht keine bezahlbare Wohnung, keine Lebensmittel ohne Gifte, keine saubere Luft, kein sauberes Wasser, keinen Frieden. Dafür braucht er viel Umsatz, durch den Verkauf vonLenkungen, aber auch durch den Verkauf von Waffen und Munition. Er braucht Menschen, die billig arbeiten, immer billiger, immer schneller. Er braucht solche, die viel und teuer einkaufen, die weit weg in Urlaub fliegen. Er ist ein Vielfraß, der eine Gesellschaft verschlingt, wenn man ihn nicht bändigt.
Politik ist nicht dazu da, Reiche noch reicher zu machen und die zu vergessen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Sonst wenden sie sich irgendwann ab, wie derzeit zu beobachten ist, wenden sich rechtsextremen Parteien zu.