Hosenlose Frechheit

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Im Film „The Lego Movie“ gibt es eine Fernsehserie, die alle Lego-Menschen abends ansehen. Sie heißt: „Wo ist meine Hose?“ Hauptdarsteller ist der „Wo ist meine Hose“-Mann. Er sucht, Überraschung, seine Hose. „Schatzi, wo ist meine Hose?“, fragt der „Wo ist meine Hose“-Mann. Tags darauf unterhalten sich Bauarbeiter über die Serie: „Habt ihr gestern ,Wo ist meine Hose‘ gesehen?“ Haben natürlich alle. „Hammerfolge!“

Fehlende Hosen sind im TV und in Comics keine Seltenheit. Donald Duck trägt keine Hose, Garfield schlurft nackig durchs Haus, der nackte Tom jagt den nackten Jerry. Oft sind es Tiere, die keine Hosen tragen. Der „Wo ist meine Hose“-Mann ist eine Ausnahme. Und: Er interagiert nicht hosenlos mit Tieren.

Studenten der Tiermedizin in London haben genau das getan: Sie produzierten einen Nacktkalender – ohne Hosen, dafür mit Tieren. Eines der Fotos löste einen Shitstorm aus: Sieben nackte Männer in Gummistiefeln stehen in einer Reihe. Sie halten professionell die Vorderbeine von sieben Schafen, deren Köpfe – hier wird es weniger professionell – die Geschlechtsteile der Studenten verdecken. Hammeridee?

Ein Netzwerk veganer Tierärzte bezeichnete das Foto als „extrem verstörend“. Die Uni entfernte es aus dem Kalender und entschuldigte sich. Offen blieb, wieso beim Shooting niemand die entscheidende Frage gestellt hatte: „Wo um Himmels willen sind unsere Hosen?“ Moritz Clauß
© Südwest Presse 02.12.2019 07:45
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