Eiszeit

Das Mammut wird lebendig

Der Archäopark Vogelherd setzt im kommenden Jahr auf virtuelle Tiere. Und in der nächsten Sonderausstellung geht es wild zu.
  • Anika Janas freut sich schon auf 2020: Im nächsten Jahr gibt es ein lebensgroßes Mammut-Modell zu bestaunen. Foto: Archäopark
Das Mammut geht, aber es kehrt zurück, und das leibhaftig. Also fast leibhaftig. Was das bedeutet? Nur noch in dieser Woche ist im Archäopark Vogelherd die Sonderschau über den Giganten aus der Eiszeit zu sehen. Seit August stand das Symboltier des Vogelherds dort im Mittelpunkt, mit Haut und Haar und Knochen. Doch 2020 wird das Mammut im Park mittels Augmented Reality zum Leben erweckt. Auch Riesenhirsch, Höhlenhyäne, Wisent, Höhlenbär, Wildpferd und Höhlenlöwe werden in Erscheinung treten: beweglich auf Smartphone oder Tablet animiert, brüllend, knurrend oder schnaubend, als Motiv für Selfies und Screenshots.

„Wir zeigen in unserem Park eiszeitliche Tiere“, freut sich Anika Janas. Die Archäologin ist im Archäopark seit April fürs Kulturmanagement zuständig. Kürzlich hat sie die Tier-Animationen des Grafikers zu Gesicht bekommen und ist begeistert.

Doch das ist nicht die einzige Neuerung, mit denen der Archäopark in Stetten bei Niederstotzingen (Kreis Heidenheim) im nächsten Jahr wieder die Besucher anziehen will. So wird für den Park ein lebensgroßes Mammut-Modell angeschafft. Im Eingang wird ein Lern- und Spiel-Wasserbassin aufgebaut. Und nach dem Erfolg der Mammut-Schau wird es erneut eine Sonderausstellung geben.

„Wildes Lonetal“ wird die heißen, von 12. Juli bis 31. Oktober geht es um die Raubtiere der Eiszeit, um deren Anatomie und Lebensweise, um den Bezug der Menschen zu diesen Tieren. Auch werden aktuelle Grabungsergebnisse von Uni Tübingen und Landesdenkmalamt präsentiert.

Janas freut sich besonders auf ein experimentell-archäologisches Wochenende im Oktober 2020: „Steinzeit zum Mitmachen“. Besucher können Elfenbein schnitzen und Birkenpech herstellen, Kleidung nähen und Ketten basteln, sich in Speerwurf und Feuermachen üben.

Janas möchte die Attraktivität des Archäoparks weiter steigern. In diesem Jahr wird wohl die Marke von 25 000 Besuchern erreicht. Heuer war nicht nur der Skulpturenpfad eröffnet worden, die Mammut-Schau war auch die erste Sonderausstellung im 2013 eröffneten Archäopark.

Die Stadt Niederstotzingen hat sie in Kooperation mit dem Förderverein Eiszeitkunst im Lonetal ermöglicht, und Janas ist dafür „unendlich dankbar“, da den Besuchern durch die Ausstellung die eiszeitliche Flora und Fauna sowie die Lebensweise der Menschen anschaulicher nahegebracht werden kann.

Die Schau sei „unglaublich gut“ angenommen worden, betont Janas. Auch merkt sie, dass sich die Besucherstruktur langsam ändert: Außer Schulklassen und Familien kommen jetzt mehr fachinteressierte Einzelbesucher. Erfreulich findet Janas auch, dass seit September eine besondere Eiszeit-Figur zu Gast ist.

Wurden bislang in der Schatzkammer die 2006 im Vogelherd gefundenen Höhlenlöwe und Mammut als einzige Originale gezeigt, war nun im Tausch mit dem Museum der Universität Tübingen die schon im Jahr 1931 gefundene Mammutfigur zu sehen. „Eine kleine Sensation, dass sie erstmals seit 88 Jahren an ihren Fundort heimgekehrt ist.“

Bessere Zusammenarbeit

Überhaupt verbesserten sich Kontakt und Zusammenarbeit mit den anderen Stätten der Eiszeitkunst, freut sich Anika Janas. Die Arbeitsgemeinschaft Weltkultursprung sei dabei hilfreich. „Jeder macht sein Süppchen – das ist nicht mehr so!“
© Südwest Presse 02.12.2019 07:45
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