Fair Fashion für Einsteiger

  • Nachhaltig und neu? Hier bieten sich vor allem faire Mode Labels an. | Bild: unsplash, Hannah Morgan

Dauerhafter Konsum, Reizüberflutung und eine unendliche Produktauswahl zu unschlagbaren Preisen: das Einkaufsverhalten in einem Wohlstandsstaat wie Deutschland zieht nicht nur Positives mit sich. Um einen absoluten Kollaps der Produktionsketten und Ressourcen zu vermeiden, ist ein rigoroses Umdenken gefragt. Nur ein nachhaltiger Lebensstil kann dazu beitragen, dass sich die Lebenszeit von Produkten wieder verlängert und sich folglich das ständige neu produzieren eindämmt. Doch wer schon einmal versucht hat, nachhaltige Kleidung einzukaufen, wird festgestellt haben, dass Slow und Fair Fashion gar nicht so einfach in den Alltag zu integrieren sind. Dieser kleine Ratgeber zeigt Ihnen, dass ein nachhaltiger Kleiderkonsum mit einigen Tipps und Tricks gut umsetzbar ist.

Den Kleiderschrank unter die Lupe nehmen
Wer sich gegen die Massenproduktion und das daraus resultierende Konsumverhalten stellen will, geht einen großen Schritt in die richtige Richtung. Doch diesem ersten Umdenken sollten auch echte Taten folgen. Der Anfang kann ein gründlicher Blick in den eigenen Kleiderschrank sein - das bewirkt schon kleine Wunder. Nehmen Sie sich einfach einen Nachmittag lang Zeit, um all Ihre Lieblingsstücke aus dem Schrank zu nehmen und zu durchforsten. Nicht selten schlummern dort schon seit längerer Zeit echte Schätze, die nur darauf warten, wieder getragen zu werden. Mit einem Aus- und Umsortieren Ihrer Kleider bekommen Sie außerdem ein neues Bewusstsein dafür, was tatsächlich gebraucht und getragen wird, und was eher Platz wegnimmt. Die aussortierten Stücke können Sie weiterverkaufen, spenden oder tauschen und ihnen so ein neues Leben schenken. Jetzt haben Sie Platz für Neues geschaffen und können passende Fair Fashion finden.

Flohmarkt und Kleidertausch
Der Flohmarkt ist die perfekte Möglichkeit, die eigenen Stücke weiterzuverkaufen und auch erste Schritte in Richtung Fair Fashion zu gehen. Ein Bummel auf einem solchen Umschlagplatz gebrauchter Kleidungsstücke macht mindestens genauso viel Spaß wie eine Shoppingtour durchs nächstgelegene Einkaufszentrum und trägt gleichzeitig dazu bei, das eigene Konsumverhalten grundlegend zu ändern. Denn wer sich für Gebrauchtes entscheidet, verweigert sich dem Neukauf und der dahinterstehenden Produktionskette. In größeren Städten werden Flohmärkte so gut wie jedes Wochenende angeboten, wobei Nacht- oder Mädelsflohmärkte besonders viel Spaß machen - und auf denen der Fund echter Unikate garantiert ist. Auch Kleidertauschparties bieten sich an, dem Neukauf Lebewohl zu sagen und gebrauchte Teile mit neuem Leben zu füllen. Machen Sie sich schlau, ob es in Ihrer Nähe solche Veranstaltungen gibt oder laden Sie sich Freund*innen nach Hause ein und richten Sie selbst eine Kleidertauschparty aus.

Faire Mode Labels
Mit der Bestandsaufnahme Ihrer Kleidung und dem Einkaufen auf Flohmärkten haben Sie es schon geschafft, Ihren Kleiderschrank deutlich nachhaltiger zu gestalten. Doch manchmal zieht es Sie vielleicht in die Stadt und es soll einmal wieder ein Neues Stück sein. Hier bieten sich vor allem faire Mode Labels an. Derartige Modeläden achten auf eine nachhaltige Produktion sowie gerechte Arbeitsbedingungen der Hersteller*innen und setzen sich der billigen Massenproduktion von Kleidungsstücken entgegen. Die Anzahl solcher Fair Fashion Marken ist nicht gerade gering, allerdings sind sie in den meisten Innenstädten trotzdem eher mau vertreten. Es ist daher ratsam, sich vor der nächsten Fahrt in die Stadt genau zu erkundigen, wo faire Mode Labels vertreten sind, um sich das Shoppen nachhaltiger Mode zu erleichtern. Außerdem ist es sinnvoll, auch bei Fair Fashion Läden auf das Ende der Saison zu warten, und bestenfalls im Schlussverkauf etwas Geld sparen zu können. Machen Sie sich vor der Einkaufstour auch bewusst, was genau Sie überhaupt brauchen und kaufen möchten - eine Liste kann eine große Hilfe sein, die richtige Kaufentscheidung zu treffen.

Bildquelle: unsplash, Hannah Morgan

© Schwäbische Post 09.12.2019 09:49
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