PayPal und Co. – welche Zahlungsanbieter sind aktuell besonders beliebt?

  • Abbildung 1: Zahlungsanbieter werden immer mobiler - innovatives Online-Bezahlen ist heute wichtiger denn je. | Bild: @Jonas Leupe/ Unsplash.com
  • Abbildung 2: Online-Zahlungen sollen heute unkompliziert und sicher sein. | Bild: rupixen.com/ Unsplash.com

"Nichts ist so alt, wie die Zukunft von gestern."

Das eigentliche Zitat wurde schon mehrfach abgeändert, doch diese Variante trifft den Wandel der Zahlungsanbieter mitten ins Schwarze. Sicherlich sind hierzulande die FinTechs nicht so weit, wie in anderen Ländern, doch genügt ein simpler Blick in einen Onlineshop der Wahl, um zu sehen: Statt zwei oder drei Optionen, steht dort oft eine ganze Liste. Online-Zahlungsanbieter werden mitunter durch die Beliebtheit des Onlineshoppings immer gefragter, doch welche Anbieter sind eigentlich bekannt und welche werden oft genutzt? Dieser Artikel schaut sich einige Namen einmal an.

PayPal – der Klassiker
Dies ist der bekannteste Anbieter, allein deshalb, weil er auch eher konservativen Onlinenutzern ein Begriff ist. PayPal erlangte durch den Käuferschutz auf eBay Bekanntheit, obgleich der Dienst mittlerweile nicht mehr mit dem Online-Auktionshaus und Marktplatz zusammenarbeitet. Die Bekanntheit hat indes viele Gründe:

  • Einfachheit – mit E-Mailadresse und Passwort einen Account anlegen, Konto oder Kreditkarte mit diesem verbinden, auf den Code warten, Code eingeben – shoppen.
  • Möglichkeiten – es ist ein Leichtes, Geld mit PayPal zu überweisen, aber auch zu erhalten. Ob Nutzer das PayPal-Konto auf das Bankkonto überweisen, bleibt ihnen überlassen. Zugleich bietet PayPal diverse Händlerlösungen an.
  • Verbreitung – kaum ein Online-Anbieter verzichtet auf PayPal. Aus Händlersicht sind die Gebühren gering, dafür ist die Nutzung einfach. Einzig Online-Casinos müssen mittlerweile ohne den Dienst auskommen, da sich der Anbieter aus dieser Form des Glücksspiels zurückgezogen hat.

PayPal wird mitunter von so vielen Händlern genutzt, da der Käuferschutz immer (bis auf bei Glücksspielen und Sportwetten) enthalten ist. Das Angebot von PayPal als Zahlungsmöglichkeit suggeriert also Sicherheit. PayPal ist jedoch unter anderem für Sportwetten noch verfügbar, wohingegen Online-Casinos mittlerweile von der Nutzung ausgeschlossen wurden.

Sofortüberweisung und Klarna – unkompliziert und schnell
Das sind zwei einzelne Anbieter, die jedoch im Kern dieselben Möglichkeiten bieten:

  • Echtzeit-Überweisung – wählt ein Kunde einen der beiden Dienste im Bezahlvorgang aus, wird er auf eine gesicherte Anmeldeseite geleitet, wo er sich in sein Onlinebanking einloggt. Dort gibt er die Überweisung frei.
  • Nachricht – der Händler erhält sogleich die Nachricht über die erfolgte Zahlung, da beide Dienste im Hintergrund prüfen, ob das Konto gedeckt ist. Die Ware wird somit schneller verschickt.

Klarna geht noch über diesen Aspekt hinaus. Der Zahlungsdienstleister bietet Händlern einfache Raten- und Kreditlösungen, sodass Kunden über ihn auch Bestellungen finanzieren lassen können. Auch hier erfolgt die gesamte Abwicklung online und überaus schnell.

ecoPayz – eine interessante Alternative zu PayPal?
In Onlineshops ist dieser Dienst noch nicht so verbreitet, dafür ist er im Glücksspielsektor wohlbekannt. Dieser Zahlungsdienstleister ist mit PayPal vergleichbar, denn auch hier wird online ein Konto bei dem Dienst angelegt und mit einem Bankkonto verbunden. Grundsätzlich gilt:

  • Debitkarte – jeder Nutzer erhält eine Debitkarte, die auch für Auszahlungen weltweit genutzt werden kann. Die Karte gibt es in realer und virtueller Form. Im Rahmen des angeschlossenen Kontos kann sie als Kreditkarte gelten.
  • Ein- und Auszahlungen – ecoPayz erlaubt Einzahlungen und Überweisungen weltweit. Zugleich können Nutzer Geld auf ihr ecoPayz-Konto überwiesen bekommen, wie beispielsweise eine Gewinnauszahlung eines Online-Casinos.

Ein Nachteil dieses Anbieters ist, dass er nicht von jedem Shop angeboten wird.

Giropay – große Verbreitung als Pluspunkt
Giropay ist ein deutscher Dienst, dem mittlerweile fast alle Banken und Sparkassen angeschlossen sind. Er wird vermehrt von Shops angeboten und bietet für Kunden einige Vorteile:

  • Keine Anmeldung – der Kunde muss sein Konto nur bei seiner Bank für Giropay freischalten, dann kann er den Dienst nutzen.
  • Bezahlung – sie funktioniert, wie bei Klarna/Sofortüberweisung. Der Kunde wird auf eine Seite geleitet, wo er sich mit den Onlinebankingdaten einloggt. Die Überweisung von kleineren Beträgen, meist bis 25,00 Euro, erfolgt sogar ohne die TAN-Abfrage.

Der Dienst bietet sogar weitere Vorteile an. So können Nutzer sich über Giropay die eigene Volljährigkeit bescheinigen lassen, was gerade bei Casinoanmeldungen die Prüfung deutlich vereinfacht. Auch hier funktioniert das Prinzip ähnlich, wie bei einer Bezahlung. Nur wird keine Überweisung angesteuert, sondern die Abfrage der TAN erlaubt es der Bank, gegenüber dem Händler das Geburtsdatum des Kunden mitzuteilen.

Amazon Pay: Innovative Option
Auch diesen Dienst haben schon einige Nutzer gesehen. Amazon Pay ist indes kein wirklicher Zahlungsdienstleister, denn er gehört fix zu Amazon und richtet sich an Händler, die auf Amazon verkaufen und einen eigenen Onlineshop haben. So funktioniert es:

  • Bestellung abschließen – der Kunde kauft ganz normal im Shop ein und wählt bei der Bestellung schließlich Amazon Pay aus.
  • Abwicklung – nun wird der Kunde an Amazon weitergeleitet, wo er sich mit seinen üblichen Daten einloggt. Amazon übernimmt nun die Zahlungsabwicklung der Bestellung und bucht das Geld vom üblichen Konto ab.

Für Kunden ist dieser Dienst insoweit praktisch, dass kein weiterer Account benötigt wird, sofern ein Amazonkonto vorhanden ist. Zudem übernimmt Amazon nicht allein die Zahlungsabwicklung, auch der Käuferschutz wird nun, wie bei Amazon-Bestellungen, bereitgestellt.

Welcher Dienst passt zu wem?
Diese Frage kann bis heute nicht pauschal beantwortet werden. Grundsätzlich hängt die Wahl des Zahlungsdienstleisters stark mit dem eigenen Onlineverhalten zusammen. Bislang ist es leider so, dass Shops und Dienstleister sehr unterschiedliche Zahlungsanbieter nutzen, was immer bedeuten kann, dass ein Kunde seinen bevorzugten Dienst nicht unter den Möglichkeiten findet. Grundsätzlich empfiehlt sich ein Mix aus konventioneller Lösung (Rechnung, Lastschrift, Kreditkarte), Sofortüberweisungslösung und einem rein virtuellen Dienst wie PayPal, ecoPayz oder auch Trustly.

Generell ist davon abzusehen, sich bei jedem einzelnen Anbieter anzumelden und dort die eigenen Konten mit dem Onlinekonto auf gut Glück zu verknüpfen. Dies sollte erst geschehen, wenn der Dienst tatsächlich genutzt wird.

Fazit – Beliebtheit und Bekanntheit sind unterschiedliche Größen
Rund um die Zahlungsanbieter gibt es durchaus zwei Lager. Wer in den Glücksspielbereich geht, der wird unweigerlich mit anderen Lösungen konfrontiert, als im üblichen Shopbereich. Das liegt daran, dass sich PayPal zurückgezogen hat. Bislang gibt es in dem Sektor keinen echten Allrounder mehr. Denn da PayPal einige Geschäftsbereiche ausschließt, ist auch dieser Dienst nicht mehr universell nutzbar.

Dennoch haben Onlinenutzer mittlerweile viele Optionen zur Hand, die nicht einmal mehr eine Anmeldung oder Kontoeröffnung erfordern: Welcher Dienst zu einem selbst passt, kann allerdings nur das eigene Shopping- und Internetverhalten zeigen.

Bildquellen:
Abbildung 1: @Jonas Leupe/ Unsplash.com
Abbildung 2: @rupixen.com/ Unsplash.com

© Schwäbische Post 09.12.2019 10:25
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