Kein „Schweigen im Walde“

Zum Thema „Jens Stoltenberg geht auf Moskau zu“:

Endlich! Wenn sich Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zu einem persönlichen Gespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin bereit erklärt, so kann dies nur begrüßt werden. Diese Meldung passt nicht nur gut zu Weihnachten als Fest der Freude und Liebe sowie des Friedens, sondern entspricht auch dem Gebot der Vernunft. Egal was passiert ist – selbst die völkerrechtswidrige Annexion der Krim – ist es nicht zu verstehen/rechtfertigen, dass die Fronten zwischen der Nato und Moskau seit 2014 völlig verhärtet sind. Man muss ja nicht unbedingt die biblisch gebotene Feindesliebe (Bergpredigt) praktizieren, aber eine Gesprächsbereitschaft mit der Fähigkeit zum Dialog und dem Willen zur Abrüstung sollte bei aller Fähigkeit zur Verteidigung immer vorhanden sein. Zur Diplomatie gehört dabei auch die Betrachtung aus der Sicht des Anderen. Die erhebliche Nato-Osterweiterung bis zum heutigen Tage und eine Stationierung von Nato-Truppen in den früheren Sowjetrepubliken muss doch Russland ein Dorn im Auge sein. Weder „Schweigen im Walde“, noch gegenseitige Schuldvorwürfe, noch ein Drehen an der Rüstungsspirale führen zu dauerhaften Lösungen, sondern verschärfen letztlich nur die Lage. Gebunden sind zudem nur gewaltige finanzielle Mittel, die dringend für die Bekämpfung der Not in der Welt benötigt und so zur Friedenssicherung, auch im Sinne der Weihnachtsbotschaft, verwendet werden.

© Schwäbische Post 02.01.2020 19:49
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