Leserbeitrag von In my humble opinion

Wenn Privatleute auf Steuerkosten feiern ( P-GT vom 04. Januar 2020, S. 9 )

Sehr geehrter Herr Fischer,

sicher ist es eine bodenlose Unverschämtheit, wenn man vorsätzlich mitgebrachtes Feuerwerk nach Benutzung auf öffentlichen Flächen vorsätzlich als Müll zurück lässt, nach dem Motto 'abgebrannt macht's keinen Spaß mehr, will ich nicht mehr haben, sollen andere doch zusehen'.

Was aber die Entfernung auf 'Steuerkosten' angeht, nun, das ist ärgerlich, es gibt aber andere Bereiche, in denen Steuermittel zum Vorteil für nur einen Teil der Bevölkerung eingesetzt werden. Beispiele gefällig?

Im Falle des ÖPNV, wo die Benutzer über die Fahrscheinpreise nur teilweise für die tatsächlichen Kosten aufkommen, mag man ja allerlei positive Argumente für diese Subventionen finden.

Anlässlich eines Kommentars in einer anderen Umgebung bin ich auf das Beispiel 'Fahrrad' aufmerksam geworden. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer zahlen über Kfz- und Mineralölsteuer ( eigentlich Energiesteuer und sehen wir mal in Bezug auf diese von dem E-Mobilen ab ) für Bau und Unterhalt der Straßen - und es bleibt auch noch was für den allgemeinen Haushalt 'übrig', höflich formuliert. Fahrräder zahlen nichts dergleichen, die Benutzer und deren Vereinigungen fordern aber eigene Wege oder Anteile an den Straßen und das zunehmend intensiver. Sicher, wer durch die Benutzung eines Fahrrades kein fossiles CO2 erzeugt, hilft dem Klima, aber die Verkehrsflächen werden zu 100% geschenkt/subventioniert, nein, nicht zu 100%, da viele Fahrradfahrer den Bürgersteig benutzen und bei der Gelegenheit auch über den Zebrastreifen radeln ...

© In my humble opinion 05.01.2020 03:01
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Saitenschuft

Anlässlich eines Kommentars in einer anderen Umgebung bin ich auf das Beispiel 'Fahrrad' aufmerksam geworden. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer zahlen über Kfz- und Mineralölsteuer ( eigentlich Energiesteuer und sehen wir mal in Bezug auf diese von dem E-Mobilen ab ) für Bau und Unterhalt der Straßen - und es bleibt auch noch was für den allgemeinen Haushalt 'übrig', höflich formuliert. Fahrräder zahlen nichts dergleichen, die Benutzer und deren Vereinigungen fordern aber eigene Wege oder Anteile an den Straßen und das zunehmend intensiver. Sicher, wer durch die Benutzung eines Fahrrades kein fossiles CO2 erzeugt, hilft dem Klima, aber die Verkehrsflächen werden zu 100% geschenkt/subventioniert, nein, nicht zu 100%, da viele Fahrradfahrer den Bürgersteig benutzen und bei der Gelegenheit auch über den Zebrastreifen radeln ...

Die schlimmste Fake-News sind nicht die Lügen, sondern die, wo die Wahrheit verschwiegen wird. Jeder Radfahrer zahlt (Einkommen-)Steuer. Lebensraum für Verkehrsflächen, Luftverschmutzung, sonstige automobile Infrastruktur (Parken, Tanken etc.) nehmen soviel Platz ein, dass die mit dem Nasenwasser KFZ-Steuer, Kraftstoffsteuer.. gar nicht aufgewogen werden. Für das Fahrrad wird im Verhältnis wahrscheinlich nicht mal im 1-stelligen Prozentbereich irgendwas gemacht. Das Radfahrer Gehwege benützen, liegt vielleicht daran, dass sie sich durch wenig rücksichtsvolle Autofahrer verunsichert fühlen? Radschutzstreifen werden unzulässiger Weise grundsätzlich als Fahrbahn oder Parkplatz benützt (dürften nur bei Bedarf wie z. B. Ausweichen benützt werden und nur dann, wenn Radfahrer nicht behindert oder gefährdet werden). Der Zebrastreifen kann übrigens auch von Radfahrern benützt werden, nur haben Sie dann kein Vorrecht wie Fußgänger außer sie steigen ab und schieben.
Also bleiben wir bitte mal bei Fakten und Tatsachen. Ich bin Alltagsradfahrer und habe auch ein Auto, dass wenig genutzt wird. Ich zahle also zumindest genausoviel KFZ-Steuer wie ein Vielfahrer soll ich jetzt deswegen ein Geschrei anfangen und Geld zurückverlangen? Oder weil ich auch durch Fahrradfahren weniger kank bin (2019 0 Krankheitstage) Geld von der KV zurückverlagen?

Sie müssen das Prinzip der Solidargemeinschaft mal begreifen bevor Sie Seitenhiebe verteilen.

In my humble opinion

Saitenschuft schrieb am 07.01.2020 um 13:02...

Es freut mich, wenn ich durch einen Kommentar zu einer Diskussion anregen kann.

Aber man sollte vielleicht doch mal richtig lesen und nachdenken, was man gelesen hat, bevor man losschreit.

Es zahlt eben nicht jeder Radfahrer Einkommenssteuer, sondern nur der, der ein Einkommen hat und gemäß den Bestimmungen umso mehr, je mehr man Einkommen hat und im Normalfall hat man dann auch nicht mehr Rechte. Die Einkommenssteuer ist auch nicht für den Radwegebau gedacht. Man zahlt die Kfz- und die Energiesteuer nach festgelegten Bestimmungen und trotzdem steht einem dann nicht mehr Verkehrsraum zur Verfügung ( auch, wenn das manche zu glauben scheinen ). Wer ein Einkommen hat, zahlt prozentual auch in die Krankenversicherung ein ( mit etwa 10% Ausnahmen ), gleich, ob ich viel oder wenig in die KV einzahlen muss, die Behandlung ist gleich. Wenn man ein 13tes Gehalt bezieht, zahlt man auch dafür Krankenversicherung, obwohl es keinen 13ten Monat gibt, in dem man krank werden könnte. Es gibt auch Unglückswürmer, die belasten die KV mehr, als dass sie einzahlen - und das nennt sich dann Solidargemeinschaft, nicht nur, wenn es um den Bau von Fahrradwegen geht.

Viele Autofahrer ( ich nenne die dann 'unfähiges Gesindel' ) benutzen auch den Bürgersteig als Parkplatz, nicht nur den Fahrradstreifen, ebenso, wie zunehmend Fahrer ( ich nenne die dann 'unkooperatives Gesindel' ) beim Abbiegen nicht blinken und damit die anderen Verkehrsteilnehmer ... 'nicht rücksichtsvoll' im Regen stehen lassen. Und wenn Sie bitte lesen, finden Sie in meinem Beitrag die Formulierung 'und bei der Gelegenheit auch über den Zebrastreifen radeln' und genau diese Missachtung der StVO habe ich moniert, nicht mehr, nicht weniger.

Ob die Kfz- und die Energiesteuer ausreicht, alles durch den motorisierten Verkehr Erforderliche und das dadurch Verursachte zu begleichen, bleibt immer Gegenstand der Diskussion, auf alle Fälle gibt es für den Staat zahlenmäßig deutlich mehr Einkommen, als er für Straßenbau und -unterhalt ( einschließlich Lärmschutzmaßnahmen ) ausgibt und das Mehr wird durch die Politik nicht für 'grüne' Maßnahmen ausgegeben, sondern verschwindet im allgemeinen Haushalt auf Nimmerwiedersehen. Insofern sollten Sie nicht mich, sondern die Herren MdB Ihres Wahlkreises ansprechen, wenn Sie wollen, spreche ich mit.

Saitenschuft

In my humble opinion schrieb am 08.01.2020 um 17:11
...Aber man sollte vielleicht doch mal richtig lesen und nachdenken, was man gelesen hat, bevor man losschreit.

Wie kommen darauf, dass ich schreie? In Foren und anderen Socialmedia-Threads wird dann von "Schreien" geredet, wenn in Großbuchstaben geschrieben wird.

Also erstens versuchen Sie, wie es gerne Ihre Art ist, Diskussionsteilnehmer durch Unterstellungen zu dissen und zweitens wissen Sie aber nicht wovon Sie reden.

Es zahlt eben nicht jeder Radfahrer Einkommenssteuer,

Wollen wir Rosinen zählen? Es zahlt auch nicht jeder der ein KFZ fährt auch KFZ-Steuer. Versuchen Sie jetzt mal nachzudenken und finden Sie die Lösung.

Die Einkommenssteuer ist auch nicht für den Radwegebau gedacht.

Nicht? Wofür ist sie denn Ihrer Meinung nach gedacht? Für das Einkommen? Steuern erhebt der Staat um seine vielfältigen Aufgaben zu finanzieren.

<cut> viel blabla </cut> ...und das nennt sich dann Solidargemeinschaft, nicht nur, wenn es um den Bau von Fahrradwegen geht.

Entschuldigung, aber ich habe voraussgesetzt, dass uns beiden das klar ist und habe auch nichts anderes gesagt.

Und wenn Sie bitte lesen, finden Sie in meinem Beitrag die Formulierung 'und bei der Gelegenheit auch über den Zebrastreifen radeln' und genau diese Missachtung der StVO habe ich moniert, nicht mehr, nicht weniger.

Nochmal zum Begreifen: Das Überqueren eines Zebrastreifens mit dem Fahrrad an sich ist nicht durch die StVO verboten. Da sind Sie vollkommen uninformiert. Lesen Sie was ich geschrieben habe!

Ob die Kfz- und die Energiesteuer ausreicht, alles durch den motorisierten Verkehr Erforderliche und das dadurch Verursachte zu begleichen, bleibt immer Gegenstand der Diskussion, auf alle Fälle gibt es für den Staat zahlenmäßig deutlich mehr Einkommen, als er für Straßenbau und -unterhalt ( einschließlich Lärmschutzmaßnahmen ) ausgibt und das Mehr wird durch die Politik nicht für 'grüne' Maßnahmen ausgegeben, sondern verschwindet im allgemeinen Haushalt auf Nimmerwiedersehen.

Sagt wer? Belegen Sie das doch bitte mal. Auch das sind nur Annahmen und somit auch nur Gegenstand von Diskussionen.

Wenn man nur den Straßenbau betrachtet eventuell Ja.

Wenn man den ökologischen Footprint des Automobils betrachtet, bestimmt nicht.

Mir geht es um die Tendenz in Ihrem Beitrag, in der Sie Durchblicken lassen, dass der Radwegebau durch KFZ-Steuern bezahlt wird also der KFZ-Halter dafür aufkommt.

Fakt ist: Radfahrer zahlen keine Fahradsteuer.
Fakt ist: Auf meiner täglichen Fahrt zur Arbeit und anderen Besorgungen (ca. 100 km/Woche) fahre ich keinen Meter auf einem "reinen" Fahrradweg.

Ich muss meine Fahrbahn entweder mit dem Auto oder mit Fußgängern teilen.

Den Autos ist man im Weg, weil man zu langsam ist, die Fußgänger beschweren sich, weil man angeblich zu schnell ist.
Solange das so ist, wüßte ich nicht, warum ich als Radfahrer irgendwas zum Radwegebau beitragen sollte.

Die Betriebsbauamt Schwäbisch Gmünd hat mit gegenüber z. B. klar Stellung bezogen: Gemeindeverbindungswege erhalten keinen Winterdienst!

Dieses hat mir alleine diesen Winter bereits 2 schmerzhafte Stürze mit überschaubarem Sachschaden gebracht. 

In my humble opinion

Saitenschuft schrieb am 09.01.2020 um 10:42...

Ich nehme hiermit explizit das Wort 'schreien' zurück, ein Synonym dafür werde ich hier nicht nennen.

Ich werde mich auch nicht mit den Einzelheiten Ihrer 'Widerlegung' befassen, ich nehme zur Kenntnis, dass Sie in Ihrem 'Engagement' für das Fahrrad augenscheinlich nicht neutral sind, was das Thema 'Transport' von Menschen und Dingen' angeht.

Bedenken Sie, dass Widerwärtiges meistens nicht persönlich gemeint ist, fahren Sie vorsichtig und rücksichtsvoll - und denken Sie an die Zebrastreifen.