Leserbeitrag von Erwin Ritz

Vertrauen in Behörden zerstört (Bericht in der TP am 28.12.2019)

Herrn Wagner sei Dank, dass er sich dieser Ange-legenheit angenommen und sehr umfangreich recherchiert hat. Doch, und das ist aufgrund der offensichtlich sehr komplexen Angelegenheit verständ-lich, bleiben hier viele Fragen offen oder können scheinbar nicht gestellt werden. Zudem treten hier sehr gegenteilige und teils merkwürdige Aussagen zu Tage. Welche Seite hat nun das Recht für sich gepachtet? Nach deren Aussagen auf der Website und persönlichen Gesprächen habe ich den Eindruck, dass die neu gegründete BI nie die Absicht hatte, und auch nie das Ziel verfolgt, eine ansässige Gastronomie oder ein Nahwärmenetz zu verhindern. Es werden auch keine Amtsträger beleidigt oder verunglimpft, geschweige denn an den Haustüren gelogen und Bürger mit Unwahrheiten überzogen, wie es im Bericht ausgesagt wird. Wenn in einer Demokratie, auf Tatsachen beruhende und gerichtlich festgestellte, sachliche Kritik nicht mehr erlaubt ist, oder kritische Bürger mundtot gemacht werden sollten, dann hat unsere Gesellschaft schon lange an Glaubwürdigkeit und Vertrauen verloren. Die BI hat nichts anderes unternommen, als über Jahre hinweg die Bautätigkeiten und die, vielleicht, doch fragwürdigen Antrags- und Genehmigungsverfahren zu verfolgen und mit den Mitteln des Rechtsstaates prüfen zu lassen. Vor allem was die, zeitweise immensen, oft vermeidbaren Lärm-belästigungen jeglicher Art, vom Verkehr bis hin zu lärmenden Gästen, lauter Musik bis tief in die Nacht, für die direkten Anwohner bedeutet, wird anscheinend von den Behörden völlig außer Acht gelassen. Erstaunlich ist, dass die VG-Vertreter das Vorliegen zahlreicher Anzeigen bestätigen, obwohl dies von der Presse scheinbar nicht angefragt wurde. Doch wurden diese auch bearbeitet? Seltsam nur, dass bisher kein Behördenvertreter dazu zu einer Aussage bereit war. Auch die Aussagen der Pressesprecherin des LA zeigt deren Unkenntnis der Sachlage. Dass ausgerechnet an dem Tag der Lärmmessung, durch die Techniker des GAA, in der Gastronomie trügerische Ruhe herrschte, ist doch sehr verwunderlich. Ein Schelm der Böses dabei denkt? Aufgrund einer privaten städtebaulichen Planung, hat die Verwaltung reagiert und verfolgt nun das Ziel mittels eines Bebauungsplans einen bestehenden Konflikt zu befrieden. Ist dazu eine städtebauliche Notwendigkeit gegeben? Soll damit der Bestand legalisiert und eine Beriebsvergrößerung ermöglicht werden? Diese Fragen konnte man schon am 30.10.2019 aus der Rems-Zeitung entnehmen. Auch ein Bio-Hof kann durchaus zu einer noch größeren Eventgastronomie ausgebaut werden, In Anbetracht der schieren Größe des jetzigen Betriebes, und da dort nahezu ausschließlich „Events“ stattfinden, kann man durchaus von einer Party-Meile sprechen. Die Absichtserklärung zu einer weiteren Betriebsver-größerung kann man z.B. auch in der Zeitschrift „Landzauber“ vom 02.10.2019 nachlesen wo es u.a. heißt: „Gerade fertig geworden ist die Werkstatt…Es geht noch weiter, denn das Hofgut rund um die Scheune in Bartholomä ist riesig.“ Was nun das Heizwerk/Heizhaus betrifft so sollte man die Begrifflichkeiten richtig verstehen und wiedergeben. Sogar der Begriff Heizkraftwerk wurde ursprünglich vom AK verwendet und diese bedeutet die Erzeugung von Wärme, und Strom. Wird auch so im Bebauungsplan bezeichnet. Inzwischen scheint es, dass man von dieser Bezeichnung und Technik wohl abgekommen ist.
Inzwischen ist auch der Begriff „Heizhäusle“ im Umlauf. Diese Begriffswahl kann ja wohl nicht nur an der schwäbischen Verniedlichungsmentalität liegen. Festzustellen bleibt allerdings, dass von der BI weder auf deren Homepage, noch in irgendeinem Flyer der Begriff eines Heizkraft-werkes im Zusammenhang mit der Heizzentrale der Nahwärmeversorgung Bartholomä erwähnt wurde. Sollte, in einer möglichen Anlage, nur Wärme erzeugt werden, dann kann man von einem Heizwerk/Heizhaus/Heizhäusle reden. Dies zur technischen Erklärung. Dass es bis heute, nach jahrelanger Diskussion, nicht zu einer Entscheidung pro Nahwärmeversorgung gekommen ist, ist nicht auf die Aktivitäten der BI zurückzuführen sondern darauf, dass Konzepte verworfen wurden, (werden mussten) Agenturen ausgetauscht und bis dato kein schlüssiges, Nutzer- und marktgerechtes Angebot vorgelegt werden konnte. Ich selbst habe bei einer Bürgerversammlung, die bis jetzt übrigens nur nur 3 Mal, und nicht zigmal, stattgefunden hat, und Gemeinderatssitzung mehrfach darauf hingewiesen, dass das ursprünglich angedachte Konzept so nicht umsetzbar sein wird. Und leider sind meine Erwartungen/-Befürchtungen auch eingetreten. Die BI übt keine Kritik an einem Nahwärmenetz oder will dies verhindern. Sie will jedoch darauf hinweisen, dass, falls die Umsetzung erfolgen sollte, bereits bei der Planung und später beim Betrieb, zum Schutz der Nachbarschaft und der gesamten Bürger-schaft die höchsten und strengsten, umwelt-technischen Vorgaben einzuhalten sind. Für mich stellt sich die Frage, ob die Freiheit der Andersdenkenden nur für eine Seite gilt? Hier werden kritische Bürger in eine Ecke gedrängt, als würden sie gegen das Wohl der Gemeinde handeln. Vielleicht bewirken sie gerade das Gegenteil.

Erwin Ritz
Bartholomä

© Erwin Ritz 07.01.2020 13:52
2168 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.